…meine Liebste und ich stehen immer noch vor dem Altkleidersack, den die Liebste gepackt hat; und zwar ausschließlich mit meinen Sachen! Nachdem sie die unmöglichsten Erklärungen gefunden hat, warum es sich NUR um meine Klamotten handelt, steht der Sack nun da und es muss entschieden werden, was nun passiert…

„Also bringst du den Sack nun runter oder nicht??“
„Süße! Ich bringe den Sack nirgendwo hin!“

„Was soll das heißen??“
„Dass ich meine Sachen nicht wegwerfen will! Ganz einfach!“

„Du weißt ja gar nicht, was da alles in dem Sack drin ist.“
„Na und?? Ich weiß, dass ich nichts wegwerfen will, das reicht.“

„Du weißt ja gar nicht, was du alles im Schrank rumliegen hast.“
„Also wenn hier einer nicht weiß, was in seinem Schrank ist, dann DU!“

„Ich weiß ganz genau, was in meinem Schrank ist!“
„So? Pah! Dann sag mal, wie viele T-Shirts du hast.“

„Das kann ich nicht.“
„Siehste, sage ich doch!“

„Ich kann es nicht sagen, weil ich keine T-Shirts habe.“
„Na schön, dann meine ich wahrscheinlich diese Tops da…“

„Mit Arm oder ohne?“
„Was weiß ich, meinetwegen mit.“

„Mit halbem oder Viertelarm?“
„Ist doch ganz egal, also wie viele!“

„Das ist nicht egal! Wenn du eine Antwort willst, dann…“
„Also schön, gut, dann, ähm… Halber Arm.“

„Mit V-Ausschnitt oder…“
„LIEBSTE!!“

„Was denn??“
„WIE VIELE!“

„Wenn du so ungenau fragst, dann kann ich das nicht sagen!“
„Himmel, diese Frau bringt mich noch um…“

„Ich??“
„Ja, du! Oder siehst du hier vielleicht noch eine andere??“

„Nee.“
„Eben!“

„Und sag mal, willst du jetzt wirklich alles wieder auspacken??“
„Nein, eigentlich will ich, dass DU das machst!“

„Aber ich habe doch schon alles einpacken müssen!“
„Von MÜSSEN kann ja wohl kaum die Rede sein!“

„Ich dachte wirklich, dass du dich freust, aber…“

[Die Liebste steckt ihre Hände in ihre Hosentaschen, zieht die Schultern leicht an und senkt ihren Kopf ein wenig nach unten.
Dabei macht sie einen Schmollmund, murmelt und schluchzt irgendetwas ganz leise vor sich hin und schaut mich dann aufblickend mit ihren großen Kulleraugen an. Ich frage mich, ob sich da wirklich ein Anflug von Reue abzeichnet oder…]

„Es tut mir leid.“
„Wie bitte?“

„Es tut mir wirklich leid, nicht böse sein, ja?“
„Hm…“

„Ich wollte dich doch überraschen und weil ich dachte, dass…“
„Jaja, schon gut…“

„Nein, wirklich! Ich habe es nur gut gemeint!“
„Mag sein, aber das Ergebnis ist leider, also…“

„Naja, aber nicht mehr böse sein, ja?“
„Hm…“

„Es wäre besser gewesen, wir hätten gemeinsam aussortiert.“
„Das hört sich schon deutlich vernünftiger an.“

„Das sehe ich ja auch ein, ich mache es wieder gut, ja?“
„Und wie willst du das wieder gut machen, bitteschön??“

„Also ich wüsste da was, was wir gemeinsam machen könnten…“
„Und was?“

„Etwas, was dir bestimmt gefallen wird…“
„Und das wäre?“

„Boah, ist das warm hier…“

[Die Liebste macht ganz langsam ein paar Schritte auf mich zu, zupft dabei lasziv an ihrem Pullover, streift ihre Schuhe ab und wirft ihre Haare schwungvoll nach hinten.
Ich muss sagen, dass ich mit so einem Verlauf nun wirklich nicht gerechnet hatte und dass ich wieder einmal feststellen muss, dass die Liebste immer wieder für eine aufregende Überraschung gut ist!]

„Warte mal…“
„Na, da bin ich aber jetzt gespannt!“

[Die Liebste gleitet mit ihren Händen an ihrem Pullover hinunter, greift sich die Enden und zieht ihn sich langsam über den Kopf…]

„Und? Gefällt dir das jetzt besser?“
„Sehr gut, sehr gut! Und wie geht´s jetzt weiter?“

„Jetzt tust du das alte Ding von mir auch in den Sack und dann bringst du ihn endlich runter!“

Kopfschüttel…