Tennisshop

Das gibt´s im echten Leben nicht

26. Februar 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend noch ein wenig vor unseren Rechnern im Arbeitszimmer; die Liebste rechts, ich links.
Während ich nach mehreren Wochen Schluderei meinen Desktop mal wieder ein bisschen aufräume, surft die Liebste im Internet auf verschiedenen Seiten rum und scheint dabei äußerst konzentriert zu sein…
Bis sie voller Wucht beide Arme in die Luft reißt!

“Schatz!! Hilfe!! Mein Internet ist kaputt!”
“So? Was ist denn passiert, Süße??”

“Hier, schau mal! Ich klicke und klicke und nichts passiert!”
“Was ist denn das überhaupt da??”

“Ich habe damit nichts zu tun!!”
“Private Amateure heimlich gefilmt?? Sag mal, ähm…”

“Ich habe das nicht aufgerufen, ich schwöre!”
“Ach komm, hör doch auf…”

“Ich habe in Google was geklickt und dann kam das gleich!”
“Natürlich.”

“Und jetzt kann ich das nicht mehr wegklicken!”
“Das geht erst weg, wenn du da ein auch ein Abo kaufst…”

“Echt?? Und was kostet das?”
“Das war ein Witz, Liebste! Kauf da bloß nichts!”

“Ich will das Fenster jetzt aber weg haben!”
“Hm… Das geht nicht, der Rechner ist hin…”

“Was?? Ich klicke irgendwo und jetzt ist der gleich kaputt??”
“Ja. Aber ich gebe dir noch 10 Euro dafür, wenn du willst.”

“Quatsch, mach das jetzt wieder heile, ja?”
“Liebste, mach einfach in der Leiste alle Fenster zu und dann w…”

“Nein, das geht nicht.”
“Wieso? Hast du das schon probiert?”

“Nein, aber alle Fenster schließen geht nicht.”
“Und warum nicht??”

“Weil ich in einem anderen Fenster im Heine-Shop bin.”
“Tja, das ist dann wohl Pech.”

“Ich habe etliche Sachen im Warenkorb, das hat ewig gedauert!”
“Also ich glaube kaum, dass dieser Popup da von Heine kommt!”

“Nee, ich wollte auch nur schnell was nachgucken woanders!”
“Was jetzt?? Ein paar heiße Amateurfilme für mich??”

“Jetzt hör doch mal auf, ich habe was ganz anderes gesucht!”
“Also was auch immer, du wirst den Browser abschießen müssen.”

“Und sind dann meine Sachen bei Heine weg??”
“Da gehe ich mal schwer von aus, ja.”

“DAS GEHT NICHT!”
“Aber ich kann es doch auch nicht ändern!”

“Scheiß Internet!”
“Nur weil du ein Popup erwischt, ist noch lange nicht alles Mist.”

“In der Stadt ist mir das noch nie passiert!”
“In der Stadt??”

“Naja, wenn man bei Karstadt den Einkaufwagen voll macht.”
“Ähm… Was soll das denn jetzt??”

“Ist dir schon mal ein Einkaufswagen umgekippt??”
“Nein.”

“Ist dir schon mal vor der Tür ein Popup-Fenster begegnet??”
“Ähm… Ich kann mich nicht daran erinnern, nein…”

“Oder eine Verkäuferin mit einem schweren Ausnahmefehler??”
“Nicht, dass ich wüsste, aber…”

“UND: Hast du schon mal die ganze Stadt neu gestartet??”
“Das ist ja wirklich sehr lustig, aber…”

“Eben! Das gibt´s nämlich im richtigen Leben alles gar nicht!”
“Dann schalte doch deinen Rechner aus und fahr in die Stadt!?”

“Das geht ja eben gerade nicht.”
“Ach so, dafür sind wir dann wohl wieder zu bequem, oder was??”

“Nein, daran liegt es nicht.”
“Sondern??”

“Ich muss jetzt unbedingt bei Heine bestellen!”
“Willst du mir wieder erzählen, irgendeine Hose gibt es NUR da??”

“Nein, es geht ja nicht um eine Hose.”
“Sondern??”

“Es geht um eine Bluse!”
“Ich brech zusammen…”

“Aber so ähnlich gibt´s die auch bei Esprit Obernstraße.”
“Und warum kaufst du sie dann nicht da??”

“Bei Esprit ist die sogar noch etwas billiger.”
“Kannst du mir jetzt mal erklären, warum es dann Heine sein muss??”

“Ich habe einen 5 Euro-Gutschein!”

Kopfschüttel…

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Wie war dein Tag?

23. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich kommen am Abend nach Hause und wie es der Zufall will, treffen wir uns vor unserer Haustür! Schnell einmal umarmt und geherzelt, und wir könnten eigentlich zusammen rein gehen.
Könnten wir, also theoretisch, also…

“Na Schatz, wie war dein Tag?”
“Gut! Gut, Süße.”

“Voll doof…”
“Wie bitte??”

“Du sagst jeden Tag: gut.”
“So?”

“Ja, immer wenn ich dich frage: gut! Jeden Tag sagst du das!”
“Na und??”

“Geht´s vielleicht ETWAS ausführlicher??”
“Doch, aber wollen wir nicht erst einmal rein gehen?”

“Nein!”
“Ja soll ich jetzt hier vor der Tür…”

“Du könntest ja mal was anderes sagen, als einfach nur: gut!”
“Ähm… Dann frag doch nochmal, bitte.”

“Wie war dein Tag, Schatz?”
“Sehr gut.”

“MANN!”
“Was ist denn?? Ich habe immerhin um 100 Prozent erhöht.”

“So meinte ich das aber nicht!”
“Und kannst du mir mal sagen, warum das jetzt hier vor der Tür…”

“Weil ich nicht mit rein kann, ich muss noch zum Briefkasten.”
“Ach so.”

“Ja. Und da wollte ich nur eben schnell wissen, wie dein Tag war.”
“Aber was soll ich denn da jetzt sagen!?”

“Na, also irgendetwas war bestimmt heute anders, als sonst!”
“OK, Schön! Also eine Sache ist mir passiert.”

“Und was?”
“Heute Nachmittag ist mir meine Tasse runtergef…”

“Und die war voller Kaffee und du hast eine Sauerei angestellt.”
“Ähm, ja, richtig.”

“Hm.”
“Und dann wollte ich eigentlich etwas f…”

“Du wolltest etwas früher gehen, aber es kam was dazwischen.”
“Ähm… Das ist richtig, ja…”

“Aha, und was noch?”
“Ich habe heute den ganzen Ta…”

“Du hast den ganzen Tag in Meetings rumgesessen, stimmt´s?”
“Tja, also…”

“Also ein Tag wie immer. Sag das doch gleich!”

Kopfschüttel…

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Goldtaler

19. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich stehen auf unserem klitzekleinen Balkon und werfen eine Blick nach draußen.
Das ist heute etwas Besonderes, denn es schneit dicke Flocken in Bremen, was eine echte Rarität darstellt!
Da kann man auch schon mal ein bisschen wehmütig werden…

“Du Schatz, ist das nicht schön?”
“Ja, Süße.”

“Ich mag Schneeflocken.”
“Geht so…”

“Stell dir mal vor, die Schneeflocken wären alles Goldtaler!”
“Dann wäre es auf den Straßen wahrscheinlich nicht mehr so ruhig…”

“Du, wenn du 10 Millionen im Lotto gewinnen würdest…”
“Das wäre schön…”

“…was würdest du dann mit dem ganzen Geld machen?”
“Hm…”

“Sag doch mal!”
“Also erst einmal würde ich dir drei Millionen abgeben.”

“Was??”
“Nicht gut?”

“Warum denn nur drei Millionen??”

Kopfschüttel…

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4.000 Tage Pech

16. Februar 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Übrigens: Ich hasse auf die Schulter tippen!
Naja, mal sehen, was die Liebste auf dem Herzen hat, muss ja dringend sein…

“Schatz? Du musst gleich deine Emails abrufen!”
“Süße, darf ich denn vorher noch eben unser Rührei fertig machen?”

“Ja, aber dann musst du gleich deine Emails lesen.”
“Wieso? Was ist denn??”

“Und du musst auch sofort antworten!”
“Woher weißt du denn, was ich für Emails kriege??”

“Weil ich dir eben gerade eine geschickt habe.”
“Ähm… Du hast MIR eine Email geschrieben?”

“Ja.”
“Während wir hier zu Hause sind?”

“Ja.”
“Ach und es mir einfach sagen ging nicht, oder was??”

“Nein, es handelt sich ja sonst um 4.000 Tage Pech.”
“Was??”

“Wenn du meine Mail ignorierst, hast du 4.000 Tage Pech!”
“Die habe ich schon hinter mir, daher…”

“Nein, jetzt mal ehrlich, machst du das?”
“Ich verstehe immer noch nicht, was ich überhaupt machen soll!”

“Ich habe dir eine Umarmung per Mail geschickt.”
“Ähm…”

“Und du musst die jetzt an alle deine Freunde weiterleiten.”
“Und wenn nicht??”

“Das sagte ich doch, dann hast du 4.000 Tage Pech!”
“Ach, jetzt verstehe ich: du hast einen Kettenbrief gekriegt!”

“Nein, das ist ein Umarmungszertifikat. Von Simone.”
“Liebste, diese Dinger sind doch alle Schwachsinn.”

“Ich habe das an alle weitergeschickt, die ich kenne!”
“Schatz, das ist doch jetzt nicht dein Ernst!?”

“Doch, aber das ist noch nicht alles.”
“Was denn noch??”

“Ich warte jetzt auf Antworten.”
“Antworten muss man da auch noch??”

“Ich brauche 5 Antworten, dann wachen die Engel über mich!”
“Aha… Die Alternative sind übrigens 5 Ramazotti.”

“Was? Wieso?”
“Dann hörst du die Englein singen! Haha!!”

“Du bist so doof!”
“Und du fällst auf jeden Blödsinn rein! Da mache ich nicht mit!”

“Ich finde das aber toll, Umarmungen zu verschicken!”
“Per Mail??”

“Na, ich kann ja nicht mal eben zu allen hingehen?”
“Aber mich könntest du doch jetzt auch so umarmen??”

“Darum geht es doch gar nicht!”
“Nicht?? Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ich will 5 Antworten kriegen!”
“Jaja, ist ja gut, ich antworte dir ja gleich…”

“Gut.”
“Bist du dann jetzt endlich zufrieden, ja?”

“Ich schon, aber du wirst dich ärgern.”
“Mir ist das nicht so wichtig, dass die Engel über mich wachen.”

“Ich meine, deine 4.000 Tage Pech haben schon angefangen.”
“Wieso??”

“Weil du das ganze Rührei verbrannt hast!”
“Was?? Oh nein, so ein Mist!!”

“Siehste! Aber du hörst ja auch nie auf mich!”

Kopfschüttel…

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Gleich ist schon längst vorbei

12. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen in unserem Wohnzimmer und lesen Zeitung. Die Liebste studiert den Veranstaltungsteil, während ich mich den neuesten Wirtschaftskatastrophen widme.
Bankenkrise. Ich weiß zwar schon, wie das zustande kommt, aber verstehen tue ich es trotzdem nicht…

“Ach Schatz, was ich dir noch sagen wollte…”
“Süße, gleich.”

“Ist nur ganz kurz!”
“Gut, dann warte doch bitte noch KURZ, ja?”

“Gut, warte ich.”
“Bin gleich durch mit dem Artikel.”

“-”
“-”

“Bist du fertig?”
“Gleich…”

“-”
“-”

“Bist du jetzt fertig?”
“GLEICH!”

“-”
“-”

“Warum sagst du denn nicht, dass es länger dauert??”
“Es dauert ja gar nicht länger.”

“Aber eben hast du gesagt, gleich.”
“Ich bin ja auch gleich soweit!”

“Gleich ist schon längst vorbei.”
“Liebste, je mehr du drängelst, umso länger dauert es!”

“Ich wollte…”
“Noch zwei Sekunden, bitte!”

“Na schön… Eins… Zwei… Vorbei!”
“Mann! Jetzt muss ich den Absatz noch einmal lesen!”

“Zwei Sekunden, hast du gesagt.”
“Ja, das habe ich gesagt!”

“Hättest ja auch 30 Sekunden sagen können.”
“Also gut, dann brauche ich noch 30 Sekunden.”

“Eben waren es noch zwei!”
“Schatz!”

“Was denn?? Ich warte hier ewig und du nölst nur rum!”
“Ich nöle nicht rum! Lass mich doch bitte eben…”

“Ich wollte dir doch nur kurz was sagen.”
“Himmel! Also schön… Was willst du mir denn sagen…”

“Nee, lies ruhig erst zu Ende.”
“Dazu komme ich ja dank deiner Drängelei nicht!”

“Ich habe gesagt, dass ich warte, also warte ich.”
“Tust du aber nicht!”

“Habe ich schon gesagt, was ich sagen wollte?”
“Ähm… Nein!?”

“Siehste, weil ich warte!”
“Und geht das auch mit geschlossenem Mundwerk??”

“Rede ich wieder zu viel?”
“JA!!”

“Gut, dann bin ich jetzt still.”
“Das würde mich wundern, aber es geschehen immer mal wieder Wunder.”

“-”
“-”

“Hmmm  mmm   – mmh hmm hm hm mmmmmmm…”
“Boah, das darf echt nicht wahr sein…”

“Dete detetete dededete tete de….”
“Wolltest du nicht still sein??”

“Wieso? Ich sage doch gar nichts??”
“Aber du murmelst vor dich hin!”

“Ich werde ja wohl murmeln dürfen!”
“Dabei kann ich mich aber nicht konzentrieren!”

“Es stört dich ja auch nicht, wenn der Fernseher an ist??”
“Das ist etwas ganz anderes!”

“Verstehe ich nicht…”
“Das macht nichts!”

“Bist du jetzt fertig?”
“JAAA JAAA JA!!! Mit den Nerven…”

“OK, dann kann ich ja jetzt erzählen, oder?”
“… Ja. Bitte. Was ist denn…”

“Danach kannst du auch in aller Ruhe weiter lesen!”
“Sehr vielversprechend… Also was ist jetzt!”

“Ich habe Briefmarken geholt, unsere waren alle.”
“Schön, und?”

“Das wollte ich dir nur sagen.”
“Mehr nicht??”

“Eigentlich nur das, aber…”
“Und das konnte nicht warten??”

“Ich musste es sagen, bevor ich es vergesse.”
“Das darf doch wohl echt nicht wahr sein…”

“Und ich hätte es schon beinahe vergessen!”
“Schade! Schade, dass du es nicht vergessen hast!”

“Nee, nee! Das ist ziemlich wichtig!”
“Wir haben wieder Briefmarken, Wahnsinn! Warte, ich rufe BILD an!”

“Das ist nicht das, was ich meinte.”
“So?? Und was meintest du, bitteschön??”

“Ich kriege 14,50 Euro von dir. Und zwar JETZT.”
“Was?? Jetzt??”

“Bevor ich es vergesse! Dete detete detete…”

Kopfschüttel…

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Der Kopfschüttel-Chat

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Meine Liebste kommt aus der Küche ins Arbeitszimmer, wo ich an meinem Computer sitze und konzentriert arbeite. Zuerst bleibt sie im Türrahmen ein paar Sekunden stehen, analysiert die Situation und kommt dann ein paar Schritte näher. Ich rechne mit einer Frage…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich mache einen Chat.”

“Chat?? Mit wem chattest du denn??”
“Ich chatte nicht, ich mache einen Chat.”

“Ist das nicht das Gleiche?”
“Nein, ich wollte sagen: ich bastele an einem Chat.”

“Verstehe ich nicht…”
“Liebste, ich programmiere einen eigenen Chat! Ganz einfach.”

“Für mich?”
“Nein, für das Kopfschüttel-Blog.”

“Und ich darf da nicht mitmachen?”
“Doch, du darfst auch mitmachen, wenn du willst.”

“Ich habe aber noch nie gechattet.”
“Das macht ja nichts. Kannst du dann ja ausprobieren.”

“Chatseiten sind alle Dreck und Betrug, sagt Olli.”
“Na Olli muss es ja wissen! Wer weiß, wo der…”

“Der versteht was von Computern und Internet und so!”
“Ach! Und ich nicht, oder was??”

“Doch, aber nicht so wie Olli.”
“Und wieso nicht??”

“Weil Olli damit nicht so verrückt ist, wie du.”
“Das musst du mir jetzt aber mal erklären, was das heißen soll!”

“Naja, Olli benutzt das Internet eben ganz normal.”
“Und ich??”

“Du bist süchtig, das ist etwas ganz anderes.”
“Ich bin doch nicht süchtig!”

“Du hast gesagt, ohne Internet könntest du nicht mehr leben!”
“Na und??”

“Was ist denn das anderes als süchtig sein??”
“Das gehört mittlerweile zu meinen Alltag, das meine ich damit!”

“Ich gehöre doch aber auch zu deinem Alltag, hast du gesagt?”
“Ja, das habe ich gesagt.”

“Und du wärst süchtig nach mir, hast du auch gesagt!”
“Richtig, das habe ich auch gesagt.”

“Das ist ja dann wohl dasselbe, oder??”
“Nein, ist es nicht!”

“Pff! Drehen wir unser Fähnchen wieder ein bisschen im Wind??”
“Schatz, ich bin NICHT internetsüchtig!”

“Und warum willst du dann jetzt unbedingt chatten??”
“Weil es Spaß macht. Hoffe ich zumindest…”

“Da geht es immer nur um Sex und Lügen, sagt Olli.”
“Der spinnt ja wohl, das stimmt doch gar nicht!”

“Und dass da nur Bekloppte drin sind, hat er auch gesagt.”
“Das trifft vielleicht auf Olli zu, das mag schon sein!”

“Stimmt das denn nicht??”
“Vielleicht ein bisschen… Aber nicht so, wie du das sagst!”

“Das hat Olli auch gesagt, dass es Ausnahmen gibt.”
“Gibt es eigentlich irgendetwas, wo Olli sich nicht auskennt??”

“Ich glaube, er kann nicht so gut kochen…”
“Na toll! Aber beim Chatten, da kennt er sich aus, na super!”

“Sex, Lügen, Verrückte, Notgeile, und sowas bastelst du da??”
“Es soll nur nett gechattet werden, das wird kein Puff!”

“Wirklich nicht? Kein bisschen?”
“Nein! Kein bisschen! Das ist auch gar nicht erlaubt.”

“Na schön, dann mach mal weiter da mit deinem Chat…”
“Danke, sehr großzügig.”

“Und wenn es da doch mal Schweinereien geben sollte…”
“Ja? Was dann?”

“Dann kannst du mich ja rufen!”

Kopfschüttel…

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Um die Ecke denken

5. Februar 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind am Abend zu Fuß auf dem Weg zum Auto, wir wollen noch schnell zusammen Einkaufen fahren.
Aufgrund der Parkplatzsituation in unserer Straße steht der Wagen allerdings ein paar hundert Meter weit weg, und so haben wir ein paar Minuten Zeit für ein Gespräch.
(Geschichte dieses Mal für Fortgeschrittene…)

“Schatz, soll ich dir mal was Witziges erzählen?”
“Oh ja, was denn, Süße?”

“Es geht um Melanie und…”
“Melanie?? Wer ist denn bitte Melanie?”

“Die arbeitet in der Bodega an der Schlachte.”
“Ach so, und da hast du sie kennengelernt, ja?”

“Ein bisschen, aber viel wichtiger ist was ganz anderes!”
“Und was?”

“Melanie ist seit kurzem die Freundin von Robert.”
“Aha. Schön. Und wer ist jetzt Robert??”

“Den kennst du nicht.”
“Sollte ich denn??”

“Nee. Robert war neulich bei Kathrin auf dem Geburtstag.”
“Unsere Katrin?? Andreas und Katrin??”

“Nein, die andere Kathrin. Die mit h.”
“Wie viele Kathrins kennst du denn??”

“Also ich weiß von zweien, und du?”
“Ich kenne nur eine! Ohne h.”

“Demnach meine ich jetzt wohl die andere. Die mit h.”
“Schön, und DIE hatte also Geburtstag und da war Robert??”

“Richtig! Du hast es verstanden!”
“Aber wir waren doch zusammen nur bei unserer Katrin, oder?”

“Na und??”
“Warst du denn dann alleine bei der anderen Kathrin, oder was??”

“Ich?? Nee. Wie kommst du darauf??”
“Ähm…”

“Dass du immer so komisch um die Ecke denken musst!”
“Ich?? Ich wollte NUR wissen, woher du DEINE Kathrin kennst!”

“Ich kenne sie ja gar nicht!?”
“Aber du hast doch gesagt, dass der Dings bei Kathrin, und…”

“Ich weiß, was ich gesagt habe, danke!”
“Aber…”

“Ich wollte doch eigentlich was ganz anderes erzählen!”
“Sollst du ja auch, aber ich kenne diese Kathrin ja gar nicht!”

“Es geht doch auch überhaupt gar nicht um Kathrin!”
“Also geht es um, ähm… Wie hieß der Typ noch gleich?”

“Robert.”
“Richtig, Robert. Den meinte ich, den Robert.”

“Es geht nicht um Robert.”
“Ach ja, nee, stimmt, das war ja der neue Freund von… Von…”

“Von Melanie. Das sagte ich bereits mehrfach.”
“GENAU! Es ging eigentlich um Melanie.”

“Nein.”
“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”
“Ich bin bloß froh, dass das hier niemand hört!”

“Wir unterhalten uns doch nur, warum darf das keiner hören??”
“Du machst mich schon wieder wahnsinnig!”

“So ein Blödsinn! Ich will dir doch bloß was Witziges erzählen?”
“Also wir hatten Melanie, Robert und Kathrin mit und ohne h.”

“Genau.”
“Aber es geht in deiner Geschichte um keinen von denen?”

“Nein.”
“Aber… Also ehrlich, ich verstehe NUR Bahnhof!”

“Es geht um Frau Anita.”
“WER IN HERRGOTTSNAMEN IST DENN JETZT WIEDER FRAU ANITA??”

“Das ist die Frau aus dem Nagelstudio, wo ich immer hin gehe.”
“Und was hat die jetzt mit der Sache zu tun??”

“Die kennt die Kathrin!”
“Na und??”

“Und ich kenne die Melanie!”
“Schön, UND??”

“Und Robert und Melanie waren auf der Party bei Kathrin!”
“NA UND??”

“Ist DAS nicht witzig?? Nun sag doch mal!”

Kopfschüttel…

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Zwei sind zwei zu viel!

2. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch im Wohnzimmer und schauen auf das vor uns stehende Notebook: zusammen suchen wir auf einer bekannten Internetplattform für Geschenkideen etwas Passendes für eine bevorstehende Geburtstagsfeier.
Tja; das kann noch dauern…

“Guck mal, hier gibt´s eine Iglu-Übernachtung in den Alpen!”
“Süße, können wir uns bitte auf normale  Geschenke konzentrieren?”

“Aber ich fände das super.”
“Du?? Du frierst ja schon, wenn du nur die Schuhe ausziehst!”

“Es geht hier doch gar nicht um mich!?”
“Eben. Wir suchen was für Petra und Frank, nicht für dich.”

“Ist ja schon gut…”
“Hier, ich habe noch eine Überraschung.”

“Überraschung?? Was denn?”
“Moment… Das hier.”

[Ich ziehe - wie von Geisterhand - eine Maxitüte Haribo Gummibärchen aus dem Hut und lege sie auf den Tisch. Da macht die Liebste Augen!
Süßigkeiten sind ja immer dann am schönsten, wenn man denkt, man hätte keine mehr...]

“Gummibärchen!! Wo hast du DIE denn jetzt her??”
“Das ist streng geheim.”

“Super! Ich liebe Gummibärchen!”
“Fein.”

[Ich nehme die Tüte, ziehe sie zum Öffnen auseinander und lege sie anschließend wieder auf den Tisch, damit sich die Liebste ein paar Bärchen nehmen kann.
Der dabei entweichende süßliche Geruch macht Lust und Appetit!]

“Und jetzt?”
“Na nimm dir welche, was denn sonst?”

“So??”
“Wie meinst du das?”

“Na so aus der Tüte?”
“Tut mir leid, aber Gummibärchen sind nun mal in einer Tüte!?”

“Kannst du nicht eine Schale holen?”
“Dann muss ich ja in die Küche latschen, muss das sein?”

“Ich will da nicht so in der Tüte rumgrabbeln.”
“Frauen…”

“Das ist ja wohl kein Problem, mal eben eine Schale zu holen?”
“Nein, ist ja gut. Ich hole dir eine.”

[Ich laufe also los, gehe an unseren Küchenschrank und stehe vor der Entscheidung, welche Schale ich denn nun nehme. Das mag sich blöd anhören, aber wenn ich jetzt die falsche mitbringe, darf ich gleich noch einmal gehen...
Ich entscheide mich für die Kristallschale, die wir eigentlich immer für Süßigkeiten verwenden, wenn wir Gäste haben.]

“Warum hast du denn die durchsichtige Schale mitgebracht??”
“Ähm… Ich dachte, das sieht dann schön aus.”

“Gummibärchen tut man nur in weiße Schalen, ist doch klar!”
“Wieso??”

“Wegen der Farben, die wirken auf Weiß viel besser.”
“Aha… Und können wir jetzt trotzdem diese Schale nehmen?”

“Also eigentlich…”
“Schon gut, schon gut! Ich gehe ja schon…”

[Ich glaube, es ist eine der größten Geduldsprüfungen für einen Mann, nicht spontan in eine frische Haribo-Tüte greifen zu dürfen; und sich stattdessen mit der Farbe von Servierschalen beschäftigen zu müssen.
Man muss diese Herausforderung annehmen, glaube ich; die einzige Alternative wäre, die Liebste zusammen mit unseren tausend Servierschalen und Schälchen in eine große Kiste zu packen und im Keller dauerhaft zu verstauen.
Aber dann müsste ich vier Treppen runter, also ziehe ich den erneuten Gang in die Küche vor und nehme schließlich eine WEISSE Schale...]

“Die ist besser.”
“Eine andere haben wir auch nicht.”

“Wie bitte?? Schatz, wir haben jede Menge weiße Schälchen!”
“Schön, und ist DIESE hier jetzt angenehm für die Gnädigste?”

“Das hört sich schon wieder so an, als wäre ich pingelig!?”
“Sagen wir einfach, dir kann man es nie recht machen.”

“Das Auge isst doch immer mit, schon mal gehört??”
“Ja. Hauptsache, man kommt irgendwann mal zum essen.”

“Also gut, die Schale nehmen wir jetzt.”
“Danke. Sehr freundlich.”

“Aber wenn wir Besuch hätten, dann ginge das natürlich nicht.”
“Soll das heißen, diese Schale könnten wir nicht unseren Gästen…”

“Bist du verrückt?? Doch nicht mit Gummibärchen!”
“Steht da irgendwo drauf, was man da rein tun darf und was nicht!?”

“Da müsste man ja drei Tüten rein schütten, damit die voll ist!”
“Mir würde im Augenblick diese eine da schon reichen!”

“Wenn man Schälchen serviert, dann müssen die auch voll sein.”
“Und um dir irgendwas zu servieren, dafür muss man mutig sein!”

[Da es mir nun mittlerweile etwas zu bunt geworden ist, unterbreche ich diese hochwertige Diskussion und schütte die Tüte Gummibärchen in die Schale. Eigentlich ist es mehr ein großer Bärchen-Klumpen; die Dinger kleben alle zusammen und das erinnert mich eher an einen Semmelknödel, als an ein Meer aus Gummi.
Aber egal, JETZT nehme ich mir welche!]

“Was machst du denn da??”
“Ich nehme mir Gummibärchen, bevor dir wieder irgendwas einfällt.”

“Was soll mir denn einfallen, bitte?!”
“Keine Ahnung, bei dir weiß man ja nie.”

“Eigentlich hätte ich ja zuerst welche nehmen dürfen.”
“So?”

“Ein Gentleman hätte mir den Vortritt gelassen.”
“Entschuldige.”

“Und zeig mal, welche du dir da genommen hast!”
“Wie bitte??”

“Zeig doch mal!”

[Ich strecke meine Hand uns und zeige der Liebsten die Gummibärchen, die ich aus der Schale genommen habe.]

“Wusste ich es doch!”
“Was wusstest du!?”

“Du hast da rote Bärchen dabei!”
“Na und??”

“Ich esse doch nur die roten!”
“Seit wann das denn??”

“Schon immer.”
“Das wüsste ich aber!”

“Da kann man mal wieder sehen, wie wenig du mich kennst!”
“Soll das heißen, ich darf jetzt keine roten Bärchen mehr essen??”

“Das wäre sehr nett, ja.”
“Aber Schatz, die schmecken doch alle gleich!”

“Tun die nicht! Und außerdem darfst du ja alle anderen essen.”
“Nicht zu fassen… Hier, da hast du die roten Dinger zurück.”

“Das sind zwei zu viel.”
“Warum das denn jetzt wieder?? Wie geht das denn??”

“Na, die da sind Orange, nicht Rot. Sieht man doch!”
“Gott, wenn das so weiter geht, muss ich mir Krücken besorgen…”

“Krücken? Wofür das denn??”
“WEIL ICH GLEICH ZUAMMENBRECHE!!”

“Nur wegen ein paar Gummibärchen??”
“Hätte ich bloß M&M´s gekauft…”

“Ja, da hättest du dann auch die roten Nüsse essen dürfen.”
“Sehr freundlich…”

“Weil bei M&M´s mag ich nur die dicken braunen!”

Kopfschüttel…

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26. Februar 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend noch ein wenig vor unseren Rechnern im Arbeitszimmer; die Liebste rechts, ich links.
Während ich nach mehreren Wochen Schluderei meinen Desktop mal wieder ein bisschen aufräume, surft die Liebste im Internet auf verschiedenen Seiten rum und scheint dabei äußerst konzentriert zu sein…
Bis sie voller Wucht beide Arme in die Luft reißt!

“Schatz!! Hilfe!! Mein Internet ist kaputt!”
“So? Was ist denn passiert, Süße??”

“Hier, schau mal! Ich klicke und klicke und nichts passiert!”
“Was ist denn das überhaupt da??”

“Ich habe damit nichts zu tun!!”
“Private Amateure heimlich gefilmt?? Sag mal, ähm…”

“Ich habe das nicht aufgerufen, ich schwöre!”
“Ach komm, hör doch auf…”

“Ich habe in Google was geklickt und dann kam das gleich!”
“Natürlich.”

“Und jetzt kann ich das nicht mehr wegklicken!”
“Das geht erst weg, wenn du da ein auch ein Abo kaufst…”

“Echt?? Und was kostet das?”
“Das war ein Witz, Liebste! Kauf da bloß nichts!”

“Ich will das Fenster jetzt aber weg haben!”
“Hm… Das geht nicht, der Rechner ist hin…”

“Was?? Ich klicke irgendwo und jetzt ist der gleich kaputt??”
“Ja. Aber ich gebe dir noch 10 Euro dafür, wenn du willst.”

“Quatsch, mach das jetzt wieder heile, ja?”
“Liebste, mach einfach in der Leiste alle Fenster zu und dann w…”

“Nein, das geht nicht.”
“Wieso? Hast du das schon probiert?”

“Nein, aber alle Fenster schließen geht nicht.”
“Und warum nicht??”

“Weil ich in einem anderen Fenster im Heine-Shop bin.”
“Tja, das ist dann wohl Pech.”

“Ich habe etliche Sachen im Warenkorb, das hat ewig gedauert!”
“Also ich glaube kaum, dass dieser Popup da von Heine kommt!”

“Nee, ich wollte auch nur schnell was nachgucken woanders!”
“Was jetzt?? Ein paar heiße Amateurfilme für mich??”

“Jetzt hör doch mal auf, ich habe was ganz anderes gesucht!”
“Also was auch immer, du wirst den Browser abschießen müssen.”

“Und sind dann meine Sachen bei Heine weg??”
“Da gehe ich mal schwer von aus, ja.”

“DAS GEHT NICHT!”
“Aber ich kann es doch auch nicht ändern!”

“Scheiß Internet!”
“Nur weil du ein Popup erwischt, ist noch lange nicht alles Mist.”

“In der Stadt ist mir das noch nie passiert!”
“In der Stadt??”

“Naja, wenn man bei Karstadt den Einkaufwagen voll macht.”
“Ähm… Was soll das denn jetzt??”

“Ist dir schon mal ein Einkaufswagen umgekippt??”
“Nein.”

“Ist dir schon mal vor der Tür ein Popup-Fenster begegnet??”
“Ähm… Ich kann mich nicht daran erinnern, nein…”

“Oder eine Verkäuferin mit einem schweren Ausnahmefehler??”
“Nicht, dass ich wüsste, aber…”

“UND: Hast du schon mal die ganze Stadt neu gestartet??”
“Das ist ja wirklich sehr lustig, aber…”

“Eben! Das gibt´s nämlich im richtigen Leben alles gar nicht!”
“Dann schalte doch deinen Rechner aus und fahr in die Stadt!?”

“Das geht ja eben gerade nicht.”
“Ach so, dafür sind wir dann wohl wieder zu bequem, oder was??”

“Nein, daran liegt es nicht.”
“Sondern??”

“Ich muss jetzt unbedingt bei Heine bestellen!”
“Willst du mir wieder erzählen, irgendeine Hose gibt es NUR da??”

“Nein, es geht ja nicht um eine Hose.”
“Sondern??”

“Es geht um eine Bluse!”
“Ich brech zusammen…”

“Aber so ähnlich gibt´s die auch bei Esprit Obernstraße.”
“Und warum kaufst du sie dann nicht da??”

“Bei Esprit ist die sogar noch etwas billiger.”
“Kannst du mir jetzt mal erklären, warum es dann Heine sein muss??”

“Ich habe einen 5 Euro-Gutschein!”

Kopfschüttel…

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Wie war dein Tag?

23. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich kommen am Abend nach Hause und wie es der Zufall will, treffen wir uns vor unserer Haustür! Schnell einmal umarmt und geherzelt, und wir könnten eigentlich zusammen rein gehen.
Könnten wir, also theoretisch, also…

“Na Schatz, wie war dein Tag?”
“Gut! Gut, Süße.”

“Voll doof…”
“Wie bitte??”

“Du sagst jeden Tag: gut.”
“So?”

“Ja, immer wenn ich dich frage: gut! Jeden Tag sagst du das!”
“Na und??”

“Geht´s vielleicht ETWAS ausführlicher??”
“Doch, aber wollen wir nicht erst einmal rein gehen?”

“Nein!”
“Ja soll ich jetzt hier vor der Tür…”

“Du könntest ja mal was anderes sagen, als einfach nur: gut!”
“Ähm… Dann frag doch nochmal, bitte.”

“Wie war dein Tag, Schatz?”
“Sehr gut.”

“MANN!”
“Was ist denn?? Ich habe immerhin um 100 Prozent erhöht.”

“So meinte ich das aber nicht!”
“Und kannst du mir mal sagen, warum das jetzt hier vor der Tür…”

“Weil ich nicht mit rein kann, ich muss noch zum Briefkasten.”
“Ach so.”

“Ja. Und da wollte ich nur eben schnell wissen, wie dein Tag war.”
“Aber was soll ich denn da jetzt sagen!?”

“Na, also irgendetwas war bestimmt heute anders, als sonst!”
“OK, Schön! Also eine Sache ist mir passiert.”

“Und was?”
“Heute Nachmittag ist mir meine Tasse runtergef…”

“Und die war voller Kaffee und du hast eine Sauerei angestellt.”
“Ähm, ja, richtig.”

“Hm.”
“Und dann wollte ich eigentlich etwas f…”

“Du wolltest etwas früher gehen, aber es kam was dazwischen.”
“Ähm… Das ist richtig, ja…”

“Aha, und was noch?”
“Ich habe heute den ganzen Ta…”

“Du hast den ganzen Tag in Meetings rumgesessen, stimmt´s?”
“Tja, also…”

“Also ein Tag wie immer. Sag das doch gleich!”

Kopfschüttel…

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Goldtaler

19. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich stehen auf unserem klitzekleinen Balkon und werfen eine Blick nach draußen.
Das ist heute etwas Besonderes, denn es schneit dicke Flocken in Bremen, was eine echte Rarität darstellt!
Da kann man auch schon mal ein bisschen wehmütig werden…

“Du Schatz, ist das nicht schön?”
“Ja, Süße.”

“Ich mag Schneeflocken.”
“Geht so…”

“Stell dir mal vor, die Schneeflocken wären alles Goldtaler!”
“Dann wäre es auf den Straßen wahrscheinlich nicht mehr so ruhig…”

“Du, wenn du 10 Millionen im Lotto gewinnen würdest…”
“Das wäre schön…”

“…was würdest du dann mit dem ganzen Geld machen?”
“Hm…”

“Sag doch mal!”
“Also erst einmal würde ich dir drei Millionen abgeben.”

“Was??”
“Nicht gut?”

“Warum denn nur drei Millionen??”

Kopfschüttel…

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4.000 Tage Pech

16. Februar 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Übrigens: Ich hasse auf die Schulter tippen!
Naja, mal sehen, was die Liebste auf dem Herzen hat, muss ja dringend sein…

“Schatz? Du musst gleich deine Emails abrufen!”
“Süße, darf ich denn vorher noch eben unser Rührei fertig machen?”

“Ja, aber dann musst du gleich deine Emails lesen.”
“Wieso? Was ist denn??”

“Und du musst auch sofort antworten!”
“Woher weißt du denn, was ich für Emails kriege??”

“Weil ich dir eben gerade eine geschickt habe.”
“Ähm… Du hast MIR eine Email geschrieben?”

“Ja.”
“Während wir hier zu Hause sind?”

“Ja.”
“Ach und es mir einfach sagen ging nicht, oder was??”

“Nein, es handelt sich ja sonst um 4.000 Tage Pech.”
“Was??”

“Wenn du meine Mail ignorierst, hast du 4.000 Tage Pech!”
“Die habe ich schon hinter mir, daher…”

“Nein, jetzt mal ehrlich, machst du das?”
“Ich verstehe immer noch nicht, was ich überhaupt machen soll!”

“Ich habe dir eine Umarmung per Mail geschickt.”
“Ähm…”

“Und du musst die jetzt an alle deine Freunde weiterleiten.”
“Und wenn nicht??”

“Das sagte ich doch, dann hast du 4.000 Tage Pech!”
“Ach, jetzt verstehe ich: du hast einen Kettenbrief gekriegt!”

“Nein, das ist ein Umarmungszertifikat. Von Simone.”
“Liebste, diese Dinger sind doch alle Schwachsinn.”

“Ich habe das an alle weitergeschickt, die ich kenne!”
“Schatz, das ist doch jetzt nicht dein Ernst!?”

“Doch, aber das ist noch nicht alles.”
“Was denn noch??”

“Ich warte jetzt auf Antworten.”
“Antworten muss man da auch noch??”

“Ich brauche 5 Antworten, dann wachen die Engel über mich!”
“Aha… Die Alternative sind übrigens 5 Ramazotti.”

“Was? Wieso?”
“Dann hörst du die Englein singen! Haha!!”

“Du bist so doof!”
“Und du fällst auf jeden Blödsinn rein! Da mache ich nicht mit!”

“Ich finde das aber toll, Umarmungen zu verschicken!”
“Per Mail??”

“Na, ich kann ja nicht mal eben zu allen hingehen?”
“Aber mich könntest du doch jetzt auch so umarmen??”

“Darum geht es doch gar nicht!”
“Nicht?? Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ich will 5 Antworten kriegen!”
“Jaja, ist ja gut, ich antworte dir ja gleich…”

“Gut.”
“Bist du dann jetzt endlich zufrieden, ja?”

“Ich schon, aber du wirst dich ärgern.”
“Mir ist das nicht so wichtig, dass die Engel über mich wachen.”

“Ich meine, deine 4.000 Tage Pech haben schon angefangen.”
“Wieso??”

“Weil du das ganze Rührei verbrannt hast!”
“Was?? Oh nein, so ein Mist!!”

“Siehste! Aber du hörst ja auch nie auf mich!”

Kopfschüttel…

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Gleich ist schon längst vorbei

12. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen in unserem Wohnzimmer und lesen Zeitung. Die Liebste studiert den Veranstaltungsteil, während ich mich den neuesten Wirtschaftskatastrophen widme.
Bankenkrise. Ich weiß zwar schon, wie das zustande kommt, aber verstehen tue ich es trotzdem nicht…

“Ach Schatz, was ich dir noch sagen wollte…”
“Süße, gleich.”

“Ist nur ganz kurz!”
“Gut, dann warte doch bitte noch KURZ, ja?”

“Gut, warte ich.”
“Bin gleich durch mit dem Artikel.”

“-”
“-”

“Bist du fertig?”
“Gleich…”

“-”
“-”

“Bist du jetzt fertig?”
“GLEICH!”

“-”
“-”

“Warum sagst du denn nicht, dass es länger dauert??”
“Es dauert ja gar nicht länger.”

“Aber eben hast du gesagt, gleich.”
“Ich bin ja auch gleich soweit!”

“Gleich ist schon längst vorbei.”
“Liebste, je mehr du drängelst, umso länger dauert es!”

“Ich wollte…”
“Noch zwei Sekunden, bitte!”

“Na schön… Eins… Zwei… Vorbei!”
“Mann! Jetzt muss ich den Absatz noch einmal lesen!”

“Zwei Sekunden, hast du gesagt.”
“Ja, das habe ich gesagt!”

“Hättest ja auch 30 Sekunden sagen können.”
“Also gut, dann brauche ich noch 30 Sekunden.”

“Eben waren es noch zwei!”
“Schatz!”

“Was denn?? Ich warte hier ewig und du nölst nur rum!”
“Ich nöle nicht rum! Lass mich doch bitte eben…”

“Ich wollte dir doch nur kurz was sagen.”
“Himmel! Also schön… Was willst du mir denn sagen…”

“Nee, lies ruhig erst zu Ende.”
“Dazu komme ich ja dank deiner Drängelei nicht!”

“Ich habe gesagt, dass ich warte, also warte ich.”
“Tust du aber nicht!”

“Habe ich schon gesagt, was ich sagen wollte?”
“Ähm… Nein!?”

“Siehste, weil ich warte!”
“Und geht das auch mit geschlossenem Mundwerk??”

“Rede ich wieder zu viel?”
“JA!!”

“Gut, dann bin ich jetzt still.”
“Das würde mich wundern, aber es geschehen immer mal wieder Wunder.”

“-”
“-”

“Hmmm  mmm   – mmh hmm hm hm mmmmmmm…”
“Boah, das darf echt nicht wahr sein…”

“Dete detetete dededete tete de….”
“Wolltest du nicht still sein??”

“Wieso? Ich sage doch gar nichts??”
“Aber du murmelst vor dich hin!”

“Ich werde ja wohl murmeln dürfen!”
“Dabei kann ich mich aber nicht konzentrieren!”

“Es stört dich ja auch nicht, wenn der Fernseher an ist??”
“Das ist etwas ganz anderes!”

“Verstehe ich nicht…”
“Das macht nichts!”

“Bist du jetzt fertig?”
“JAAA JAAA JA!!! Mit den Nerven…”

“OK, dann kann ich ja jetzt erzählen, oder?”
“… Ja. Bitte. Was ist denn…”

“Danach kannst du auch in aller Ruhe weiter lesen!”
“Sehr vielversprechend… Also was ist jetzt!”

“Ich habe Briefmarken geholt, unsere waren alle.”
“Schön, und?”

“Das wollte ich dir nur sagen.”
“Mehr nicht??”

“Eigentlich nur das, aber…”
“Und das konnte nicht warten??”

“Ich musste es sagen, bevor ich es vergesse.”
“Das darf doch wohl echt nicht wahr sein…”

“Und ich hätte es schon beinahe vergessen!”
“Schade! Schade, dass du es nicht vergessen hast!”

“Nee, nee! Das ist ziemlich wichtig!”
“Wir haben wieder Briefmarken, Wahnsinn! Warte, ich rufe BILD an!”

“Das ist nicht das, was ich meinte.”
“So?? Und was meintest du, bitteschön??”

“Ich kriege 14,50 Euro von dir. Und zwar JETZT.”
“Was?? Jetzt??”

“Bevor ich es vergesse! Dete detete detete…”

Kopfschüttel…

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Der Kopfschüttel-Chat

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Meine Liebste kommt aus der Küche ins Arbeitszimmer, wo ich an meinem Computer sitze und konzentriert arbeite. Zuerst bleibt sie im Türrahmen ein paar Sekunden stehen, analysiert die Situation und kommt dann ein paar Schritte näher. Ich rechne mit einer Frage…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich mache einen Chat.”

“Chat?? Mit wem chattest du denn??”
“Ich chatte nicht, ich mache einen Chat.”

“Ist das nicht das Gleiche?”
“Nein, ich wollte sagen: ich bastele an einem Chat.”

“Verstehe ich nicht…”
“Liebste, ich programmiere einen eigenen Chat! Ganz einfach.”

“Für mich?”
“Nein, für das Kopfschüttel-Blog.”

“Und ich darf da nicht mitmachen?”
“Doch, du darfst auch mitmachen, wenn du willst.”

“Ich habe aber noch nie gechattet.”
“Das macht ja nichts. Kannst du dann ja ausprobieren.”

“Chatseiten sind alle Dreck und Betrug, sagt Olli.”
“Na Olli muss es ja wissen! Wer weiß, wo der…”

“Der versteht was von Computern und Internet und so!”
“Ach! Und ich nicht, oder was??”

“Doch, aber nicht so wie Olli.”
“Und wieso nicht??”

“Weil Olli damit nicht so verrückt ist, wie du.”
“Das musst du mir jetzt aber mal erklären, was das heißen soll!”

“Naja, Olli benutzt das Internet eben ganz normal.”
“Und ich??”

“Du bist süchtig, das ist etwas ganz anderes.”
“Ich bin doch nicht süchtig!”

“Du hast gesagt, ohne Internet könntest du nicht mehr leben!”
“Na und??”

“Was ist denn das anderes als süchtig sein??”
“Das gehört mittlerweile zu meinen Alltag, das meine ich damit!”

“Ich gehöre doch aber auch zu deinem Alltag, hast du gesagt?”
“Ja, das habe ich gesagt.”

“Und du wärst süchtig nach mir, hast du auch gesagt!”
“Richtig, das habe ich auch gesagt.”

“Das ist ja dann wohl dasselbe, oder??”
“Nein, ist es nicht!”

“Pff! Drehen wir unser Fähnchen wieder ein bisschen im Wind??”
“Schatz, ich bin NICHT internetsüchtig!”

“Und warum willst du dann jetzt unbedingt chatten??”
“Weil es Spaß macht. Hoffe ich zumindest…”

“Da geht es immer nur um Sex und Lügen, sagt Olli.”
“Der spinnt ja wohl, das stimmt doch gar nicht!”

“Und dass da nur Bekloppte drin sind, hat er auch gesagt.”
“Das trifft vielleicht auf Olli zu, das mag schon sein!”

“Stimmt das denn nicht??”
“Vielleicht ein bisschen… Aber nicht so, wie du das sagst!”

“Das hat Olli auch gesagt, dass es Ausnahmen gibt.”
“Gibt es eigentlich irgendetwas, wo Olli sich nicht auskennt??”

“Ich glaube, er kann nicht so gut kochen…”
“Na toll! Aber beim Chatten, da kennt er sich aus, na super!”

“Sex, Lügen, Verrückte, Notgeile, und sowas bastelst du da??”
“Es soll nur nett gechattet werden, das wird kein Puff!”

“Wirklich nicht? Kein bisschen?”
“Nein! Kein bisschen! Das ist auch gar nicht erlaubt.”

“Na schön, dann mach mal weiter da mit deinem Chat…”
“Danke, sehr großzügig.”

“Und wenn es da doch mal Schweinereien geben sollte…”
“Ja? Was dann?”

“Dann kannst du mich ja rufen!”

Kopfschüttel…

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Um die Ecke denken

5. Februar 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind am Abend zu Fuß auf dem Weg zum Auto, wir wollen noch schnell zusammen Einkaufen fahren.
Aufgrund der Parkplatzsituation in unserer Straße steht der Wagen allerdings ein paar hundert Meter weit weg, und so haben wir ein paar Minuten Zeit für ein Gespräch.
(Geschichte dieses Mal für Fortgeschrittene…)

“Schatz, soll ich dir mal was Witziges erzählen?”
“Oh ja, was denn, Süße?”

“Es geht um Melanie und…”
“Melanie?? Wer ist denn bitte Melanie?”

“Die arbeitet in der Bodega an der Schlachte.”
“Ach so, und da hast du sie kennengelernt, ja?”

“Ein bisschen, aber viel wichtiger ist was ganz anderes!”
“Und was?”

“Melanie ist seit kurzem die Freundin von Robert.”
“Aha. Schön. Und wer ist jetzt Robert??”

“Den kennst du nicht.”
“Sollte ich denn??”

“Nee. Robert war neulich bei Kathrin auf dem Geburtstag.”
“Unsere Katrin?? Andreas und Katrin??”

“Nein, die andere Kathrin. Die mit h.”
“Wie viele Kathrins kennst du denn??”

“Also ich weiß von zweien, und du?”
“Ich kenne nur eine! Ohne h.”

“Demnach meine ich jetzt wohl die andere. Die mit h.”
“Schön, und DIE hatte also Geburtstag und da war Robert??”

“Richtig! Du hast es verstanden!”
“Aber wir waren doch zusammen nur bei unserer Katrin, oder?”

“Na und??”
“Warst du denn dann alleine bei der anderen Kathrin, oder was??”

“Ich?? Nee. Wie kommst du darauf??”
“Ähm…”

“Dass du immer so komisch um die Ecke denken musst!”
“Ich?? Ich wollte NUR wissen, woher du DEINE Kathrin kennst!”

“Ich kenne sie ja gar nicht!?”
“Aber du hast doch gesagt, dass der Dings bei Kathrin, und…”

“Ich weiß, was ich gesagt habe, danke!”
“Aber…”

“Ich wollte doch eigentlich was ganz anderes erzählen!”
“Sollst du ja auch, aber ich kenne diese Kathrin ja gar nicht!”

“Es geht doch auch überhaupt gar nicht um Kathrin!”
“Also geht es um, ähm… Wie hieß der Typ noch gleich?”

“Robert.”
“Richtig, Robert. Den meinte ich, den Robert.”

“Es geht nicht um Robert.”
“Ach ja, nee, stimmt, das war ja der neue Freund von… Von…”

“Von Melanie. Das sagte ich bereits mehrfach.”
“GENAU! Es ging eigentlich um Melanie.”

“Nein.”
“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”
“Ich bin bloß froh, dass das hier niemand hört!”

“Wir unterhalten uns doch nur, warum darf das keiner hören??”
“Du machst mich schon wieder wahnsinnig!”

“So ein Blödsinn! Ich will dir doch bloß was Witziges erzählen?”
“Also wir hatten Melanie, Robert und Kathrin mit und ohne h.”

“Genau.”
“Aber es geht in deiner Geschichte um keinen von denen?”

“Nein.”
“Aber… Also ehrlich, ich verstehe NUR Bahnhof!”

“Es geht um Frau Anita.”
“WER IN HERRGOTTSNAMEN IST DENN JETZT WIEDER FRAU ANITA??”

“Das ist die Frau aus dem Nagelstudio, wo ich immer hin gehe.”
“Und was hat die jetzt mit der Sache zu tun??”

“Die kennt die Kathrin!”
“Na und??”

“Und ich kenne die Melanie!”
“Schön, UND??”

“Und Robert und Melanie waren auf der Party bei Kathrin!”
“NA UND??”

“Ist DAS nicht witzig?? Nun sag doch mal!”

Kopfschüttel…

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Zwei sind zwei zu viel!

2. Februar 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch im Wohnzimmer und schauen auf das vor uns stehende Notebook: zusammen suchen wir auf einer bekannten Internetplattform für Geschenkideen etwas Passendes für eine bevorstehende Geburtstagsfeier.
Tja; das kann noch dauern…

“Guck mal, hier gibt´s eine Iglu-Übernachtung in den Alpen!”
“Süße, können wir uns bitte auf normale  Geschenke konzentrieren?”

“Aber ich fände das super.”
“Du?? Du frierst ja schon, wenn du nur die Schuhe ausziehst!”

“Es geht hier doch gar nicht um mich!?”
“Eben. Wir suchen was für Petra und Frank, nicht für dich.”

“Ist ja schon gut…”
“Hier, ich habe noch eine Überraschung.”

“Überraschung?? Was denn?”
“Moment… Das hier.”

[Ich ziehe - wie von Geisterhand - eine Maxitüte Haribo Gummibärchen aus dem Hut und lege sie auf den Tisch. Da macht die Liebste Augen!
Süßigkeiten sind ja immer dann am schönsten, wenn man denkt, man hätte keine mehr...]

“Gummibärchen!! Wo hast du DIE denn jetzt her??”
“Das ist streng geheim.”

“Super! Ich liebe Gummibärchen!”
“Fein.”

[Ich nehme die Tüte, ziehe sie zum Öffnen auseinander und lege sie anschließend wieder auf den Tisch, damit sich die Liebste ein paar Bärchen nehmen kann.
Der dabei entweichende süßliche Geruch macht Lust und Appetit!]

“Und jetzt?”
“Na nimm dir welche, was denn sonst?”

“So??”
“Wie meinst du das?”

“Na so aus der Tüte?”
“Tut mir leid, aber Gummibärchen sind nun mal in einer Tüte!?”

“Kannst du nicht eine Schale holen?”
“Dann muss ich ja in die Küche latschen, muss das sein?”

“Ich will da nicht so in der Tüte rumgrabbeln.”
“Frauen…”

“Das ist ja wohl kein Problem, mal eben eine Schale zu holen?”
“Nein, ist ja gut. Ich hole dir eine.”

[Ich laufe also los, gehe an unseren Küchenschrank und stehe vor der Entscheidung, welche Schale ich denn nun nehme. Das mag sich blöd anhören, aber wenn ich jetzt die falsche mitbringe, darf ich gleich noch einmal gehen...
Ich entscheide mich für die Kristallschale, die wir eigentlich immer für Süßigkeiten verwenden, wenn wir Gäste haben.]

“Warum hast du denn die durchsichtige Schale mitgebracht??”
“Ähm… Ich dachte, das sieht dann schön aus.”

“Gummibärchen tut man nur in weiße Schalen, ist doch klar!”
“Wieso??”

“Wegen der Farben, die wirken auf Weiß viel besser.”
“Aha… Und können wir jetzt trotzdem diese Schale nehmen?”

“Also eigentlich…”
“Schon gut, schon gut! Ich gehe ja schon…”

[Ich glaube, es ist eine der größten Geduldsprüfungen für einen Mann, nicht spontan in eine frische Haribo-Tüte greifen zu dürfen; und sich stattdessen mit der Farbe von Servierschalen beschäftigen zu müssen.
Man muss diese Herausforderung annehmen, glaube ich; die einzige Alternative wäre, die Liebste zusammen mit unseren tausend Servierschalen und Schälchen in eine große Kiste zu packen und im Keller dauerhaft zu verstauen.
Aber dann müsste ich vier Treppen runter, also ziehe ich den erneuten Gang in die Küche vor und nehme schließlich eine WEISSE Schale...]

“Die ist besser.”
“Eine andere haben wir auch nicht.”

“Wie bitte?? Schatz, wir haben jede Menge weiße Schälchen!”
“Schön, und ist DIESE hier jetzt angenehm für die Gnädigste?”

“Das hört sich schon wieder so an, als wäre ich pingelig!?”
“Sagen wir einfach, dir kann man es nie recht machen.”

“Das Auge isst doch immer mit, schon mal gehört??”
“Ja. Hauptsache, man kommt irgendwann mal zum essen.”

“Also gut, die Schale nehmen wir jetzt.”
“Danke. Sehr freundlich.”

“Aber wenn wir Besuch hätten, dann ginge das natürlich nicht.”
“Soll das heißen, diese Schale könnten wir nicht unseren Gästen…”

“Bist du verrückt?? Doch nicht mit Gummibärchen!”
“Steht da irgendwo drauf, was man da rein tun darf und was nicht!?”

“Da müsste man ja drei Tüten rein schütten, damit die voll ist!”
“Mir würde im Augenblick diese eine da schon reichen!”

“Wenn man Schälchen serviert, dann müssen die auch voll sein.”
“Und um dir irgendwas zu servieren, dafür muss man mutig sein!”

[Da es mir nun mittlerweile etwas zu bunt geworden ist, unterbreche ich diese hochwertige Diskussion und schütte die Tüte Gummibärchen in die Schale. Eigentlich ist es mehr ein großer Bärchen-Klumpen; die Dinger kleben alle zusammen und das erinnert mich eher an einen Semmelknödel, als an ein Meer aus Gummi.
Aber egal, JETZT nehme ich mir welche!]

“Was machst du denn da??”
“Ich nehme mir Gummibärchen, bevor dir wieder irgendwas einfällt.”

“Was soll mir denn einfallen, bitte?!”
“Keine Ahnung, bei dir weiß man ja nie.”

“Eigentlich hätte ich ja zuerst welche nehmen dürfen.”
“So?”

“Ein Gentleman hätte mir den Vortritt gelassen.”
“Entschuldige.”

“Und zeig mal, welche du dir da genommen hast!”
“Wie bitte??”

“Zeig doch mal!”

[Ich strecke meine Hand uns und zeige der Liebsten die Gummibärchen, die ich aus der Schale genommen habe.]

“Wusste ich es doch!”
“Was wusstest du!?”

“Du hast da rote Bärchen dabei!”
“Na und??”

“Ich esse doch nur die roten!”
“Seit wann das denn??”

“Schon immer.”
“Das wüsste ich aber!”

“Da kann man mal wieder sehen, wie wenig du mich kennst!”
“Soll das heißen, ich darf jetzt keine roten Bärchen mehr essen??”

“Das wäre sehr nett, ja.”
“Aber Schatz, die schmecken doch alle gleich!”

“Tun die nicht! Und außerdem darfst du ja alle anderen essen.”
“Nicht zu fassen… Hier, da hast du die roten Dinger zurück.”

“Das sind zwei zu viel.”
“Warum das denn jetzt wieder?? Wie geht das denn??”

“Na, die da sind Orange, nicht Rot. Sieht man doch!”
“Gott, wenn das so weiter geht, muss ich mir Krücken besorgen…”

“Krücken? Wofür das denn??”
“WEIL ICH GLEICH ZUAMMENBRECHE!!”

“Nur wegen ein paar Gummibärchen??”
“Hätte ich bloß M&M´s gekauft…”

“Ja, da hättest du dann auch die roten Nüsse essen dürfen.”
“Sehr freundlich…”

“Weil bei M&M´s mag ich nur die dicken braunen!”

Kopfschüttel…

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