Meine Liebste und ich sitzen am Abend noch ein wenig vor unseren Rechnern im Arbeitszimmer; die Liebste rechts, ich links.
Während ich nach mehreren Wochen Schluderei meinen Desktop mal wieder ein bisschen aufräume, surft die Liebste im Internet auf verschiedenen Seiten rum und scheint dabei äußerst konzentriert zu sein…
Bis sie voller Wucht beide Arme in die Luft reißt!
“Schatz!! Hilfe!! Mein Internet ist kaputt!”
“So? Was ist denn passiert, Süße??”
“Hier, schau mal! Ich klicke und klicke und nichts passiert!”
“Was ist denn das überhaupt da??”
“Ich habe damit nichts zu tun!!”
“Private Amateure heimlich gefilmt?? Sag mal, ähm…”
“Ich habe das nicht aufgerufen, ich schwöre!”
“Ach komm, hör doch auf…”
“Ich habe in Google was geklickt und dann kam das gleich!”
“Natürlich.”
“Und jetzt kann ich das nicht mehr wegklicken!”
“Das geht erst weg, wenn du da ein auch ein Abo kaufst…”
“Echt?? Und was kostet das?”
“Das war ein Witz, Liebste! Kauf da bloß nichts!”
“Ich will das Fenster jetzt aber weg haben!”
“Hm… Das geht nicht, der Rechner ist hin…”
“Was?? Ich klicke irgendwo und jetzt ist der gleich kaputt??”
“Ja. Aber ich gebe dir noch 10 Euro dafür, wenn du willst.”
“Quatsch, mach das jetzt wieder heile, ja?”
“Liebste, mach einfach in der Leiste alle Fenster zu und dann w…”
“Nein, das geht nicht.”
“Wieso? Hast du das schon probiert?”
“Nein, aber alle Fenster schließen geht nicht.”
“Und warum nicht??”
“Weil ich in einem anderen Fenster im Heine-Shop bin.”
“Tja, das ist dann wohl Pech.”
“Ich habe etliche Sachen im Warenkorb, das hat ewig gedauert!”
“Also ich glaube kaum, dass dieser Popup da von Heine kommt!”
“Nee, ich wollte auch nur schnell was nachgucken woanders!”
“Was jetzt?? Ein paar heiße Amateurfilme für mich??”
“Jetzt hör doch mal auf, ich habe was ganz anderes gesucht!”
“Also was auch immer, du wirst den Browser abschießen müssen.”
“Und sind dann meine Sachen bei Heine weg??”
“Da gehe ich mal schwer von aus, ja.”
“DAS GEHT NICHT!”
“Aber ich kann es doch auch nicht ändern!”
“Scheiß Internet!”
“Nur weil du ein Popup erwischt, ist noch lange nicht alles Mist.”
“In der Stadt ist mir das noch nie passiert!”
“In der Stadt??”
“Naja, wenn man bei Karstadt den Einkaufwagen voll macht.”
“Ähm… Was soll das denn jetzt??”
“Ist dir schon mal ein Einkaufswagen umgekippt??”
“Nein.”
“Ist dir schon mal vor der Tür ein Popup-Fenster begegnet??”
“Ähm… Ich kann mich nicht daran erinnern, nein…”
“Oder eine Verkäuferin mit einem schweren Ausnahmefehler??”
“Nicht, dass ich wüsste, aber…”
“UND: Hast du schon mal die ganze Stadt neu gestartet??”
“Das ist ja wirklich sehr lustig, aber…”
“Eben! Das gibt´s nämlich im richtigen Leben alles gar nicht!”
“Dann schalte doch deinen Rechner aus und fahr in die Stadt!?”
“Das geht ja eben gerade nicht.”
“Ach so, dafür sind wir dann wohl wieder zu bequem, oder was??”
“Nein, daran liegt es nicht.”
“Sondern??”
“Ich muss jetzt unbedingt bei Heine bestellen!”
“Willst du mir wieder erzählen, irgendeine Hose gibt es NUR da??”
“Nein, es geht ja nicht um eine Hose.”
“Sondern??”
“Es geht um eine Bluse!”
“Ich brech zusammen…”
“Aber so ähnlich gibt´s die auch bei Esprit Obernstraße.”
“Und warum kaufst du sie dann nicht da??”
“Bei Esprit ist die sogar noch etwas billiger.”
“Kannst du mir jetzt mal erklären, warum es dann Heine sein muss??”
“Ich habe einen 5 Euro-Gutschein!”
Kopfschüttel…


Meine Liebste und ich kommen am Abend nach Hause und wie es der Zufall will, treffen wir uns vor unserer Haustür! Schnell einmal umarmt und geherzelt, und wir könnten eigentlich zusammen rein gehen.
Meine Liebste und ich stehen auf unserem klitzekleinen Balkon und werfen eine Blick nach draußen.
Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Meine Liebste und ich sitzen in unserem Wohnzimmer und lesen Zeitung. Die Liebste studiert den Veranstaltungsteil, während ich mich den neuesten Wirtschaftskatastrophen widme.
Meine Liebste kommt aus der Küche ins Arbeitszimmer, wo ich an meinem Computer sitze und konzentriert arbeite. Zuerst bleibt sie im Türrahmen ein paar Sekunden stehen, analysiert die Situation und kommt dann ein paar Schritte näher. Ich rechne mit einer Frage…
Meine Liebste und ich sind am Abend zu Fuß auf dem Weg zum Auto, wir wollen noch schnell zusammen Einkaufen fahren.
Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch im Wohnzimmer und schauen auf das vor uns stehende Notebook: zusammen suchen wir auf einer bekannten Internetplattform für Geschenkideen etwas Passendes für eine bevorstehende Geburtstagsfeier.
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