Wenn ich fahre... (photocase.de © Sisk4)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zu einem kulinarischen Geheimtipp: Tintos Tapas Bar in Bremen-Nord.
Der Empfehlung folgend sitzen wir abends in meinem Auto und nähern uns bereits dem ersehnten Ziel.

„Warst du da schon mal?“
„Nein, Liebste. Aber gehört habe ich schon oft vom Tinto.“

„Kann man da parken?“
„Das glaube ich eher nicht…“

„Und wo parken wir dann?“
„Ich wollte eigentlich ins Parkhaus fahren, ist in der Nähe.“

„Und ist das weit weg?“
„Nö, vier bis fünf Minuten vielleicht.“

„Warum probieren wir es nicht einfach mal?“
„Was?“

„Na direkt davor?“
„Weil das sowieso nicht klappt, deswegen.“

„Ich will aber nicht so weit laufen!“
„Fünf Minuten?? Das wirst du ja wohl schaffen!“

„Es geht doch gar nicht um fünf Minuten.“
„Sondern?“

„Wenn ich fahre, parke ich immer direkt vorm Eingang.“
„Klar! – Lass uns einfach ins Parkhaus fahren, ja?“

„Du kannst es doch wohl mal probieren! Was macht das schon?“
„Also schön, probieren wir es. Aber du sagst, wo ich hinfahren soll!“

[Einen kurzen Moment später kommen wir vorm Tinto zum Stehen.
Es gibt hier tatsächlich einen Parkplatz, direkt neben dem Restaurant.
Allerdings – und ich wette, etwas anderes hat niemand erwartet – wird er von zahlreichen anderen Glücklichen belegt und es ist kein Platz mehr frei…]

„Siehst du, hier ist doch ein großer Parkplatz?“
„Schön Schatz, aber er ist belegt, wie du siehst. Und nun?“

„Stell dich doch hier noch daneben?“
„Das ist der Bürgersteig!“

„Na und?“
„Klar, ist ja auch nicht dein Auto, das abgeschleppt wird!“

„Na gut, dann fahren wir eben einmal um die Ecke.“
„Schatz. das Parkhaus ist AUCH um die Ecke…“

„Das Geld können wir sparen, vertrau mir!“
„Naja, ich weiß ja nicht… Also gut, fahren wir weiter…

„Da! Da! Hinter dem BMW! Perfekt!“
„Das geht nicht, da ist Halteverbot.“

„Aber der steht doch da auch?“
„Trotzdem ist da Halteverbot!“

„Wieso denn, da ist doch nichts, was soll da sein?“
„Woher soll ich das wissen, aber da stelle ich mich nicht hin!“

„Jetzt sei doch nicht so?“
„Doch! Und jetzt sag mir, wo ich hinfahren soll.“

„Hm… Fahr mal weiter und dann wieder links.“
„Wenn ich rechts abbiege, landen wir im Parkhaus…“

„Ich will nicht ins Parkhaus! Parkhäuser sind muffig!“
„Jaaa doch…“

[Ich kurve durch die Vegesacker Straßen und gehorche den schnittigen Weganweisungen meiner Liebsten. Ich muss zugeben, dass selbst ich erstaunt bin, wie voll das hier ist! Ich hätte eher erwartet, dass in Bremen-Nord um 19.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, aber dem ist anscheinend nicht so. Die Straßen sind alle voller Autos…]

„Wo sind wir denn jetzt hier eigentlich??“
„Keine Ahnung, sieht nach einem Wohnviertel aus…“

„Findest du denn überhaupt noch zurück?“
„Wieso ich?? Das ist ja wohl deine Aufgabe jetzt!“

„Nee! Das ist deine Schuld, ich hatte schon fünf Parkplätze!“
„Ja, im Halteverbot, vor einer Garage, zweite Reihe, auf dem Rasen…“

„Wenn ich fahre, kriege ich immer einen Parkplatz!“
„Dann fahr du doch! Los, lass uns tauschen!“

„Nee, dein Auto ist im Dunkeln so unübersichtlich.“
„Du bist auch unübersichtlich! Also ich sehe hier alles!“

„So? Dann sieh doch mal da, da ist ein Parkplatz rechts!“
„Tatsächlich… Der ginge…“

„Siehst du, habe ich doch gesagt. Aber erst immer meckern!“
„Gut, dann setze ich da jetzt rückwärts rein.“

„Nee!“
„Wieso denn nicht?? Du hast doch eben gesagt, dass…“

„Fahr mal zum Tinto zurück.“
„Wie bitte??“

„Vielleicht ist da ja zwischenzeitlich wieder einer frei?“
„Das ist jetzt nicht wirklich dein Ernst, oder??“

„Wieso? Kann doch sein?“
„Und wenn nicht?? Dann fangen wir wieder von vorne an??“

„Nee, dann lässt du mich da raus und fährst hier wieder hin!“

Kopfschüttel…