Die richtige Weihnachtsstimmung (photocase.de © Lulc)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg nach Bremerhaven zu einem Adventsbrunch, zu dem wir eingeladen worden sind. Ist ungefähr eine Dreiviertelstunde gemütliche Autofahrt und ich schaue seit einiger Zeit verträumt aus dem Fenster.

„Du Schatz, mir ist da was aufgefallen.“
„So? Dir ist was aufgefallen, Süße?“

„Ja.“
„Das ist schön.“

„Willst du gar nicht wissen, was?“
„Habe ich denn eine Wahl?“

„Nein.“
„Dachte ich mir… Also was. Was ist dir aufgefallen?“

„Ich bin irgendwie noch gar nicht in Weihnachtsstimmung.“
„OK, und weiter?“

„Ja nichts weiter.“
„Ähm… Das war es schon??“

„Reicht das denn noch nicht?“
„Und was willst du damit sagen?“

„Na, dass ich eben noch nicht in Weihnachtsstimmung bin.“
„Ja, das habe ich verstanden, und das bedeutet?“

„Ich sagte, dass ich noch nicht…“
„Jaaa doch, ich weiß, Weihnachtsstimmung. Und jetzt?“

„Wie kommt man denn da rein?“
„Ähm…“

„Was ist denn mit dir?“
„Ich freue mich auf Weihnachten.“

„Und bist du denn schon in der richtigen Weihnachtsstimmung?“
„Schatz! Was ist denn überhaupt eine richtige Weihnachtsstimmung??“

„Hm, vielleicht so mit Lust auf Plätzchen und Glühwein und…“
„Hatten wir doch aber alles schon!“

„Aber nicht selber gemacht.“
„Na und? Muss man das denn unbedingt selber machen??“

„Wenn man Weihnachtsstimmung hat, macht man das gerne.“
„Also schön, wollen wir noch Plätzchen backen diese Woche?“

„Dazu bin ich nicht in der richtigen Stimmung.“
„Aber vielleicht kommst du dann rein?“

„Und Plätzchen machen dick.“
„Aber…“

„Und Zeit haben wir beide nächste Woche ja auch nicht.“
„Aber abends können wir doch wohl mal einen Glühwein kochen?“

„Einfach so? So ohne alles?“
„Wie meinst du das, ohne alles??“

„Dann hätte ich gerne Poffertjes zu meinem Glühwein.“
„Poffertjes?? Diese holländischen kleinen Teigdinger??“

„Ja, die mag ich.“
„Aber wir können doch zu Hause keine Poffertjes…“

„Dann will ich auch keinen Glühwein.“
„Schatz! Warum bist du denn so zickig??“

„Weil ich noch nicht in Weihnachtsstimmung bin, sagte ich ja.“
„Dann wünsch dir doch ein paar Geschenke, wie wäre das?“

„Wir schenken uns ja nichts, was soll ich da denn wünschen?“
„Können wir ja ändern?“

„Nee! Wir wollten eine Städtereise buchen, haben wir gesagt.“
„Aber das war doch deine Idee??“

„Ja schon, aber so richtig weihnachtlich ist das auch nicht.“
„Schatz! Was ist denn für dich RICHTIG WEIHNACHTLICH??“

„Hm…“

[Man glaubt es kaum, aber genau in diesem Moment wechselt Hit Radio Antenne – der Lieblingssender der Liebsten – zum nächsten Lied und was wird gespielt? Genau…]

„Da! Hörst du?? Laaaast Christmaaas, I gave you my heart….“
„Oh nein…“

„…but the very next day you gave it away…“
„Mach das bloß nicht lauter…“

„Warte, ich mache lauter!“

[Das Radio bekommt nun richtig zu tun und George Michaels Last Christmas-Song erfüllt die Fahrerkabine im Nu mit einem Hauch von verschneiter Berghütte, leichtem Tannenbaumduft, romantischem Kaminfeuer, amüsanter Schneeballschlacht und überaus weihnachtlichen Augenblicken…]

„A face on a lover with a fire in his heart… Hmmmhmmmm…“
„Ich kann es nicht mehr hören…“

„I’ll give it to someone special… Hmmhhmhmhmhhmmm…“
„Jedes Jahr der gleiche Sch…“

„Ich liebe Weihnachten! Du nicht auch?“

Kopfschüttel…