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Zwanzig Minuten, Liebste

3. September 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Zwanzig Minuten, Liebste (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste muss aufstehen; ihr Wecker klingelt nun schon zum vierten mal.
Es ist ziemlich genau 7.21 Uhr und damit nähern wir uns dem Klingelzeitpunkt meines Weckers: 7.30 Uhr. Das ist für gewöhnlich eine sehr angenehme Zeit, finde ich…

“Ich will nicht aufstehen!”
“Du musst aber, Süße.”

“Aber ich will nicht!”
“Steh jetzt auf und lass mich noch zwei Minuten, ja?”

“Wieso zwei Minuten?”
“Dann muss ich auch aufstehen.”

“In genau zwei Minuten?”
“So ungefähr, und jetzt lass mich!”

“Ich bleibe auch noch eine klitzekleine Minute liegen.”
“Schön.”

[Meine Liebste schmeißt sich noch einmal unter ihre Bettdecke und zieht diese bis zur Nasenspitze hoch. Da unter der Decke der Liebsten meistens - für gewöhnliche Menschen - lebensbedrohliche Temperaturen so um die 50-60 Grad herrschen, kann ich schon verstehen, dass sie morgens immer friert, wenn sie sich aus dem Bett schält...]

“Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Was machst du da?”
“Ich stehe auf, was sonst.”

“Wie! Jetzt??”
“Schatz, es ist kurz vor halb, ich muss aufstehen.”

“Aber das geht nicht!”
“Und warum nicht??”

“Ich muss ins Bad!”
“Aber du liegst doch noch da!”

“Nee, ich muss ins Bad jetzt!”
“Ach! Und ich?”

“Wie lange brauchst du denn?”
“Zwanzig Minuten?”

“Das geht nicht!”
“Also hör mal, du wolltest um sieben Uhr aufstehen!”

“Ja, aber das habe ich doch nicht geschafft.”
“Aber ich muss jetzt auch ins Bad!”

“Wieso denn zwanzig Minuten? Brauchst du doch sonst nicht!”
“Ich wollte duschen, darf ich das?”

“Und ich?”
“Dir würde eine Dusche auch nicht schaden…”

“Nein, ich meine, und was mache ich??”
“Keine Ahnung, ich gehe jetzt jedenfalls.”

“Dann komme ich mit.”
“Was heißt das, du kommst mit!”

“Naja, du kannst ja duschen und ich putze schon mal Zähne.”
“Och nee!”

“Was denn??”
“Du weißt ganz genau, dass ich das nicht mag!”

“Ja, aber das verstehe ich sowieso nicht.”
“Was? Dass ich morgens gerne meine Ruhe im Bad haben
will?”

“Ich störe dich doch aber nicht!”
“Wenn du das Badezimmer betrittst, sieht es zwei Minuten später aus wie im
Friseursalon!”

“Das stimmt gar nicht!”
“Wohl stimmt das! Überall liegt dann was rum!”

“Das liegt aber nicht an mir.”
“Sondern?”

“Am Badezimmer.”
“Wie bitte??”

“Das ist einfach viel zu klein!”
“Klar, unser Bad ist zu klein! Sonst noch was??”

“Ich habe viel zu lange Haare.”
“Ähm…”

“Ja, weil ich da immer so viel kämmen muss.”
“Dann schneide sie doch ab!”

“Wieso? Gefallen dir meine Haare nicht?”
“Doch, so meinte ich das nicht…”

“Warum soll ich die denn abschneiden??”
“Sollst du ja gar nicht!”

“Aber du hast doch…”
“Dann brauchst du sie nicht mehr kämmen, hast du doch selbst gesagt!”

“Nee, aber kurze Haare sind doch viel aufwendiger?”
“Aufwendiger? Aber…”

“Natürlich! Die muss man dann doch jeden morgen stylen!”
“Aha, naja…”

“Ich schneide doch nicht meine Haare ab, nur weil…”
“Weil was!”

“…weil du morgens alleine im Bad sein willst!”
“Das ist ja wohl total schwachsinnig!”

“Eben!”
“Nein, ich meinte deine Schlussfolgerung!”

“Du hast gesagt, ich hätte zu lange Haare!”
“Nein! Das hast DU gesagt!”

“Ich wollte doch nur ins Bad!”
“Dafür hattest du ja auch bereits eine halbe Stunde Zeit!”

“Mit kurzen Haaren müsste ich doch noch früher aufstehen!”
“Du hast aber lange Haare, schon vergessen??”

“Und darüber solltest du froh sein.”
“Ich?? Wieso ich denn??”

“Weil du deshalb schon in zwanzig Minuten ins Bad kannst!”

Kopfschüttel…



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22 Kommentare zu “Zwanzig Minuten, Liebste”

  1. erbse sagt:

    wie beneidenswert! 7:20 und der wecker klingelt?!
    mein wecker schellt mich schon um 5:30 an und um 7:30 sitze ich meistens schon hier und widme mich dem broetchenverdienen …

    *hmpf*

  2. latita sagt:

    wir brauchen gar keinen wecker. Zwischen 5:00 und 6:00Uhr wird mein Kindchen wach und verlangt nach Nahrung. Danach schlafen ist aber nicht :/ :)

  3. AveN sagt:

    schone sache wieder ;)

  4. Sonnenblume sagt:

    also mein wecker klingelt auch schon früh. immer um 4.50 Uhr.. für meinen geschmack auch zu früh..deshalb stelle ich ihn auch immer noch ein paar menütchen weiter..um noch ein paar minuten mehr zu haben.. =) mir geht es dann auch nicht anders als deiner Freundin..wenn ich mich dann endlich gezwungen habe, aufzustehen..ist das Bad meistens schon besetzt.. :-(

  5. Andrea2007 sagt:

    Ihr beiden seid wirklich köstlich. Vielen Dank, dass wir dran teilhaben können! Bei uns ist es übrigens tatsächlich andersherum, mein “Liebster” braucht bei allem im Bad länger als ich (obwohl er kurze Haare hat), er steht auch nie auf, wenn der Wecker klingelt und bringt dadurch unserern Bad-Plan genauso durcheinander wie bei Euch. Im nächsten Leben werde ich ein Haus mit mindestens 2 Bädern haben! :-) Lgr Andrea

  6. Cecie sagt:

    hmmm, entweder euer bad ist wirklich zu klein oder die liebe nicht gross genug *duck*: bei uns funktioniert das badteilen jedenfalls wunderbar. das heisst: morgens (meistens) zusammen aufstehen, zusammen den ersten kaffee trinken, dann (meistens) zusammen ins bad. ich bin mir aber sicher – das universum ist weise uns gerecht – dass ihr euch dafür nicht vorrechnet, wer (metaphorisch gesehen) mitm müll dran ist ;o)

  7. Die Prinzessin! sagt:

    Ich würde auch erst um halb acht aufstehen wollen *neidischguck*
    Aber obwohl ich Urlaub habe, klingelt der Wecker um sechs Uhr *schmoll*, aber was tut man nicht alles für die lieben Kleinen…

  8. Kopfschüttler sagt:

    Jaja… Also mit früh aufstehen haben wir´s beide nicht so… Erschwerend kommt hinzu, dass die Liebste ihre “Aufstehzeit” immer auf die Minute genau berechnet; je nach dem, wann sie los muss. Nur leider werde ich dabei meistens nicht eingeplant… ;-)

  9. Eshmael sagt:

    Super. Das Exakteste was ich bisher hier lesen durfte.
    Bei uns ists Ähnlich. Vor allem wenn wir irgendwo eingeladen sind. Sie muss vor mir ins Bad (sonst ists da drin zu heiß und nass (!!!)).
    Und mir bleiben am Ende 15 Minuten fürs Duschen bis zum die Haustür von außen schließen.

    Und wenn wir dann verspätet ankommen hab ich zu lange gebraucht…. Denn Sie war ja schon fertig.

    *breitgrins*

    Wunderbarer Blog. Danke mehr davon.

    Esh

  10. Streuner sagt:

    Ich unterschreib das von Eshmael gerne :)
    Gut zu wissen, dass es nicht nur bei uns so zugeht *g*, oder ist das doch eher erschreckend? mhhhh …

  11. mulan sagt:

    köstlich, einfach köstlich :D
    besonders das mit den langen.. äh.. kurzen haaren!

  12. Ulf Runge sagt:

    Lieber Kopfschüttler,
    nachdem ich bereits schon einmal gewagt habe, “Kopfschüttler” zu spielen, habe ich ich es heute zum ersten und letzten Male gewagt, in die Rolle der “Kopfschüttlerin” zu treten.
    Mit der Bitte um Nachsehen, insbesondere in der Männerwelt, grüße ich herzlich und lade ein, mal bei mir in Sachen “Wecken” vorbeizuschauen.
    Herzliche Grüße,
    Ulf

  13. Rehauge sagt:

    Was lernen wir daraus? Es hat eindeutig Vorteile wenn man Toilette und Bad getrennt hat UND vielleicht sogar ein zweites Bad besitzt.

  14. Kunterbunter sagt:

    Sehr nett – hab wieder gut lachen müssen.
    Frauen und Badezimmer – ein unerschöpfliches Schüttler-Thema.

    Hab deinen Blog verlinkt.

  15. Heidi sagt:

    Ein zweites Bad ist ein MUSS ;)

  16. Freya sagt:

    Herrlich, so würde es bei uns auch ablaufen, aber glücklicherweise muss mein Macho schon um kurz nach fünf aufstehen, damit er pünklich in seiner Firma ankommt. Ich darf dann glücklicherweise nach einer kurzen Verabschiedung noch knapp 1,5 Stunden weiterschlafen auf beiden Seiten des Bettes *g*

  17. flogge sagt:

    mist, ich wünschte, bei mir würd überhaupt wieder einmal eine frau übernachten….tsss

  18. nientemale sagt:

    da gibts nur den Vorschlag, den bereits Heidi oben gemacht hat, rechtzeitig so planen, dass beim nächsten Umzug zwei Single-Wohnungen nebeneinander auf gleicher Etage angesteuert werden, die durch eine Tür miteinander verbunden sind: das haben zwei mir bekannte Paare zumindest für den Ruhestand so geplant und umgesetzt. Jeder hat sein eigenes Bad und vor allem Rückzugsmöglichkeiten, wenn die Süße oder auch er “allzu und unwiderstehlich” nahe rückt. Es scheint nach Augenzeugen- und eigenen Berichten der Planungskünstler zu funktionieren.

  19. Liz sagt:

    mein Schatz bringt es fertig aufzustehen, den Wecker auszumachen, eventuell auch auf die Entsorgungsstation zu verschwinden, und sich DANN wieder hinzulegen und weiterzuschlafen. zwei Arzttermine hat es schon erwischt deswegen, aber er weiß dann meistens nicht mehr dass er den Wecker ausgeschaltet hat.

    ich steh extra immer vor ihm auf weil ich weiß dass ich länger brauche. er kann dann noch weiterschlafen :)

  20. Seewolf sagt:

    Bin ich froh, ein Single zu sein !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Mein Badezimmer steht mir 24 h lang zur Verfügung und nicht nur das.

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