Was so passiert und alles (photocase.de © pakalou)Meine Liebste und ich arbeiten. Tagsüber. Jeder für sich. Die Liebste macht ihren und ich mache meinen Job.
Das an sich ist nicht ungewöhnlich; so läuft es schließlich jeden Tag. Da klingelt mein Handy.

“Schatz? Hallo?”
“Ja, ich bin hier, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Nein, im Augenblick nicht.”

“Ich versuche schon die ganze Zeit, dich anzurufen!”
“Ja, habe ich gesehen.”

“Das hast du gesehen??”
“Ja. Drei Anrufe in Abwesenheit.”

“Und warum rufst du dann nicht zurück??”
“Wollte ich ja, aber ich komme jetzt gerade erst aus…”

“Wieder mal ein Meeting?”
“Ja, genau.”

“Ihr macht aber viele Meetings.”
“Och, naja…”

“Und worüber habt ihr gesprochen?”
“Dies und jenes, sag mal, was willst du denn??”

“Nichts, wieso?”
“Na weil du schon so oft angerufen hast!?”

“Ich dachte, du hörst dein Handy wieder mal nicht.”
“Wie bitte??”

“Ja weil du das doch so oft in deiner Tasche vergisst.”
“Na schön, und was willst du nun?”

“Nichts, nur mal so!”
“Nur mal so was??”

“Nur mal mit dir reden. Was so passiert und alles.”
“Schatz, also dafür habe ich jetzt wirklich keine…”

“Nun erzähl doch mal, was machst du denn gleich?”
“Ich wollte eigentlich telefonieren.”

“Tust du doch!”
“Ja schon, aber nicht mit dir.”

“Du willst nicht mit mir telefonieren?”
“Doch, aber nicht jetzt. Ich wollte eigentlich…”

“Mit wem denn?”
“Schatz! Kennst du sowieso nicht und…”

“Ist das ein Kunde von dir?”
“Es soll mal einer werden, ja.”

“Und was will der bei dir kaufen?”
“Nichts… Schatz, sag mal, hast du vielleicht Langeweile??”

“Ja. Schon ganz lange. Ich muss noch 150 Kilometer fahren.”
“Schön, aber ich nicht!”

“Du fährst ja auch nie.”
“Nein, ich meine, ich habe KEINE Langeweile!”

“Ich aber.”
“Und was soll ich da jetzt machen?”

“Mir was erzählen.”
“Was denn??”

“Was schönes!”
“Schatz!”

“Ja?”
“Ich lege jetzt auf und du hörst einfach Radio oder so.”

“Nein, nicht auflegen!”
“Doch, wir sehen uns heute Abend.”

“Wenn du jetzt auflegst, dann rufe ich nie wieder an!”
“Versprochen??”

Blödmann!”
“Selber!”

“Wenn du auflegst, rufe ich in eurer Zentrale an.”
“Das tust du nicht!”

“Doch! Dann lasse ich mich zu dir verbinden.”
“Untersteh dich!”

“Dann sage ich, dass ich bei dir was kaufen will.”
“Pff, das traust du dich nicht.

“Wetten? Ich mach das!?”
“Dann mach doch!”

“Dann musst du mit mir telefonieren, wenn ich was kaufen will!”
“Bitte! Bitte! Dann musst du aber auch kaufen.”

“Was kostet das denn?”
“Was willst du denn haben??”

“Einen Kuss.”
“Da muss ich erst einmal ein Angebot kalkulieren.”

“Bei dir kann man Küsse kaufen??”
“Service wird bei uns groß geschrieben.”

“Und wenn da eine Frau bei dir anruft, die du gar nicht kennst??”
“Das wird dann deutlich teurer.”

“Du spinnst wohl! Du kannst doch keine Küsse verkaufen!”
“Wieso nicht??”

“Weil nur ich dich küssen darf!”
“Ich weiß. Küsse werden hier auch nur vom Praktikanten erledigt.”

“Ach so?”
“Was dachtest du denn! Meine Küsse sind unbezahlbar!”

“Ich habe aber nur zwanzig Euro…”
“Zwanzig Euro? Na gut, da will ich mal eine Ausnahme machen.”

“Nee, verbinde mich lieber mal!”

Kopfschüttel…