Ist doch wurscht! (photocase.de © Sören)Meine Liebste sitzt erwartungsvoll auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Sie weiß natürlich schon, was jetzt kommt… Ich war Klamotten einkaufen.
Das kommt selten vor, aber ab und zu kommt man(n) ja nicht drum herum.

„Da bist du ja, das hat ja ewig gedauert!“
„Ja Süße, das hat es. Aber ich habe, was ich wollte.“

„Was hast du denn alles gekauft?“
„Alles mögliche.“

„Und was genau?“
„Dies und das.“

„Mann!“
„Was denn??“

„Los, zeig doch mal!“
„Darf ich erst mal meine Schuhe ausziehen, ja?“

„Na gut, aber dann will ich was sehen!“
„Sind doch nur ein paar Kleinigkeiten, nichts Besonderes, Schatz.“

„Das glaube ich.“
„Was?“

„Das da nichts Besonderes bei ist.“
„Wie bitte? Glaubst du, ich kann nicht alleine einkaufen, oder was??“

„Doch, aber du hättest mich mitnehmen sollen.“
„Schatz, das haben wir doch alles lang und breit besprochen.“

„Haben wir gar nicht! Du hast das so entschieden!“
„Ich habe es, naja sagen wir, mit Nachdruck gewünscht…“

„Ich dürfte nicht mitgehen, hast du gesagt.“
„Naja, oder so…“

„…weil du dann nicht zum einkaufen kämst, hast du gesagt.“
„Richtig.“

„…was ich immer noch nicht verstehe!“
„Weil du dann ständig für dich selber schaust und ich stehe dann da!“

„Das stimmt gar nicht, ich würde mich prima um dich kümmern.“
„Wann warst du das letzte Mal in einer Herrenunterwäsche-Abteilung?“

„Ähm…“
„Eben. Und das ist Krieg.“

„Du hast Unterhosen gekauft?“
„Nein. Es handelt sich um vielmehr um UNDERWEAR for Gentlemen.“

„Also eine Unterhose?“
„Herrgott ja, dann eben eine Unterhose!“

„Die kann man nicht mehr umtauschen, oder?“
„Wieso umtauschen? Du hast sie ja noch gar nicht gesehen!“

„Wollte ich ja auch nur wissen… Zieh mal an.“
„Nö, ich ziehe die jetzt nicht an. Du kannst sie dir anschauen.“

„Ich muss die angezogen sehen, sonst kann ich nichts sagen.“
„Du sollst ja dazu auch gar nichts sagen…“

„Soll das heißen, es interessiert dich nicht, wie ich deine Unterhose finde??“
„Meine UNDERWEAR bitte ja, soviel Zeit muss sein!“

„Also schön, deine Underwear. Ist das eine Pants?“
„Eine was?“

„Na so eine breite, wie eine Shorts, nur eng?“
„Ach so, nein.“

„Ich hätte für dich Pants gekauft.“
„Und genau DESWEGEN habe ich dich nicht mitgenommen!“

„Calvin Klein finde ich gut. Ist das so eine?“
„Nein, es ist Bruno Banani.“

„Schade, weil dann hätte ich mal googeln können.“
„Hä? Was? Wonach denn googeln?“

„Nach David Beckham.“
„Beckham? Spielt der nicht Fußball?“

„Auch, kann sein…“
„Wieso auch?“

„Der trägt Unterhosen von Calvin Klein.“
„Das verstehe ich jetzt nicht, was hat das mit mir zu tun??“

„Na du willst ja deine Banane nicht anziehen!“
„Bruno Banani Schatz, BANANI!“

„Oder Banani, ist doch wurscht.“
„Das ist NICHT wurscht! Wieso jetzt David Beckham bitte?“

„Na der ist doch schick, da kann man doch mal gucken?“
„Wie jetzt! Ich soll eine Unterhose von Calvin Klein kaufen, nur weil der…“

„Warum denn nicht?“
„Das ist mir doch total egal!“

„Du hast Unterhose gesagt.“
„WAS??“

„Es heißt Underwear.“
„Himmel! Schatz, ich habe schwarze UNDERWEAR von Banani in Slipform gekauft, tut mir ECHT leid!“

„Ich habe ja gleich gesagt, dass du mich mitnehmen sollst.“
„Willst du sie dir denn nicht wenigstens erst einmal angucken?“

„Der Beckham hat…“
„Hör mich auf mit David Beckham!“

„Na gut, und wer ist Banani-Model?“
„Keine Ahnung, das ist doch auch wurscht.“

„Eben hast du gesagt, das sei nicht wurscht!“
„Da hast du doch aber von Bananen gesprochen, deshalb…“

„Hat Banani denn was mit Bananen zu tun?“
„Ich gebe es auf…“

„Ich meine, das liegt doch nahe…“
„Hätte ich bloß Calvin Klein gekauft…“

„Du wolltest alleine einkaufen, jetzt musst du das auch anziehen.“
„Danke Schatz… Sehr großzügig.“

„Also schön, was hast du noch eingekauft?“
„Ein Hemd. Einfach nur ein schlichtes Hemd. Von… Von Olymp. „

„Naja, die sind ja bei dir immer schnell durch.“

Kopfschüttel…