Viel zu spät (photocase.de © x-marco)Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch und essen Abendbrot.
Dabei tauschen wir natürlich die ganzen Geschichten aus, die wir heute den Tag über erlebt haben. Den letzten Bissen noch nicht verarbeitet, prustet meine Liebste los.

„Ich stand heute vorm Elbtunnel im Stau.“
„Da ist in letzter Zeit immer Stau, Süße.“

„Ja, ich weiß, aber heute war das echt gut.“
„Tatsächlich? Ich dachte, du stehst nicht gerne im Stau?“

„Natürlich nicht, wer steht schon gerne im Stau.“
„Und warum war es heute anders?“

„Weil ich heute morgen zu spät aufgestanden bin.“
„Ähm… Was?“

„Ich hätte eigentlich um spätestens acht Uhr los müssen.“
„Und? Wann bist du los?“

„Erst so um halb neun.“
„Das verstehe ich jetzt nicht…“

„Ich hatte einen Kundentermin in Hamburg.“
„Was wichtiges?“

„Meine Termine sind immer wichtig!“
„Natürlich, dumme Frage…“

„Man sollte nicht zu spät kommen, das gehört sich nicht.“
„Nun gut, aber du bist doch zu spät losgefahren, oder?“

„Eben.“
„Was eben?“

„Ich bin Gott sei Dank viel zu spät in Hamburg angekommen.“
„Aber du hast doch eben gesagt, dass…“

„Jaja, ich weiß, was ich gesagt habe.“
„Aber du bist nicht pünktlich da gewesen, oder?“

„Nein, das war nicht zu schaffen.“
„Was ist denn daran jetzt so gut?“

„Na nichts! War total peinlich.“
„Schatz! Bin ich doof oder was??“

„Ich habe mich tausendmal bei dem Kunden entschuldigt.“
„Aber… Was, was hast du ihm denn gesagt?“

„Sorry, aber ich stand ewig vorm Elbtunnel im Stau!“

Kopfschüttel…