Ein letztes klitzekleines Aber

29. April 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Ein letztes klitzekleines Aber (photocase.de © rockabella)Meine Liebste und ich sitzen am Abend in einer kleinen Bremer Pizzeria, um es uns ein wenig gut gehen zu lassen. Die Karte gibt allerlei italienische Leckereien her, die allerdings ausschließlich von Indern in der Küche zubereitet werden.
Naja, das aber nur am Rande.

“Was nimmst du denn?”
“Ich weiß noch nicht, Süße.”

“Auch nicht so ungefähr?”
“Naja… Pizza vielleicht… Oder die Gemüselasagne.”

“Hm…”
“Hört sich alles sehr lecker an; und du?”

“Tja, ich… Und du?”
“Gut, also ich nehme die Maccaroni mit scharfer Paprikasoße.”

“Wo steht das denn??”
“Da unten, schau, da.”

“Oh, ja das hätte ich auch gern! Das klingt gut!”
“OK, nehmen wir also zweimal Maccaroni.”

“Nein, nur einmal.”
“Nur einmal? Wie jetzt?”

“Das ist ja blöd.”
“Was? Wer ist blöd?”

“Wenn wir beide das Gleiche nehmen.”
“Aber du wolltest doch auch Maccaroni, oder?”

“Ja, aber nicht, wenn du die nimmst.”
“Und warum??”

“Weil das langweilig ist, darum.”
“Willst du nun Maccaroni oder nicht?”

“Nimmst du die denn auf jeden Fall?”
“Ähm… Ja?”

“Dann nehme ich… Also ich nehme… Hm…”

[Langsam zieht das Leben an uns vorüber, während meine Liebste die Karte rauf und runter studiert. In der Zwischenzeit schleppen die Kellner gefühlte 600 Teller mit leckeren Sachen an uns vorbei und platzieren diese auf den Nachbartischen, wo Menschen sich über ihr Essen freuen.]

“Moment, gleich habe ich was…”
“Du? Schatz?”

“Jaja, ich weiß, du hast Hunger.”
“Schatz, ich habe noch nie in einer Pizzeria 3 Kilo abgenommen.”

“Ja, nun warte!”
“Also ich befürchte, dass es schon wieder eine neue Karte gibt, bis du auf der da was gefunden hast…”

“Jetzt drängel mich nicht!”
“Möchtest du nicht vielleicht doch die Maccaroni?”

“Nein.”
“Und wenn ich was anderes nehme? Dann vielleicht?”

“Was würdest du denn stattdessen nehmen?”
“Die grünen Bandnudeln mit Lachs.”

“Wo gibt es die denn??”
“Sag mal…! Da, nein, eine Seite vorher…”

“Das klingt auch sehr gut!”
“Ja, also schön, ich nehme die Lachsnudeln, du die Maccaroni.”

“Das würdest du für mich machen?”
“Ja. Darf ich jetzt bestellen?”

“Nein, warte!”
“Welcher Tag ist eigentlich heute…”

“Gut, also dann nehme ich die Nudeln mit Lachs. Zufrieden?”
“Sicher?”

“Ja.”
“Na schön, dann bestelle ich jetzt…”

“Obwohl ich ja Lachs neulich erst hatte…”
” – Du Schatz?”

“Ja?”
“Der Laden hier ist nicht so dolle.”

“Warum?”
“Weil ich gleich einen Nervenzusammenbruch kriege, ohne den jemals bestellt zu haben!!”

“Haha. Sehr witzig, wirklich…”
“So: ich bestelle jetzt FÜR DICH Maccaroni, für mich Lachs.”

“Aber…”
“Kein ABER!”

“Darf ich noch ein letztes klitzekleines Aber?”
“Nein.”

“Bitte, bitte! Es ist auch nur ein ganz harmloses!”
“Und das wäre?”

“ABER ich muss gleich unbedingt deinen Lachs probieren, ja?”

Kopfschüttel…

27 Kommentare zu “Ein letztes klitzekleines Aber”

  1. Sarah sagt:

    Einfach peinlich.
    Aber irgendwie finde ich diese Sachen sehr erfunden. Wie kann EINE Frau so nervig sein?

  2. Stephan sagt:

    wie bitte? EINE frau, so nervig?!

    also in dem thema könnte ich auch hunderte erlebnisse aufzählen.

    ja sarah, es hört sich vll etwas schwer an aber ihr seit alle so :D

  3. rico sagt:

    Oh ja! *kopfnicken*

  4. Die Prinzessin! sagt:

    Da ich auch eine Frau bin, werde ich das “Geheimnis der fremden Teller” mal für euch Männer erklären.

    Punkt 1: Eine Frau würde nie das gleiche bestellen wie ihr – weil wir dann nicht von eurem Tellerchen probieren könnten.

    Punkt 2: Aber ihr müsst was bestellen, was der Frau auch schmeckt. Dann ist alles gut.

    Punkt 3: Prinzipiell schmeckt das Essen auf anderen Tellern immer besser, als das was Frau sich selbst ausgesucht hat.

    Punkt 4: Und das ist das Geheimnis an sich: solange Frau vom anderen Teller probiert oder gleich isst, wird das Essen logischerweise auf ihrem eigenen Teller nicht weniger. Am Ende bleibt ganz und gar was übrig und es hat den Anschein, als esse sie sehr wenig, um für euch ihre tolle Figur zu behalten.

    Punkt 5: Mal davon abgesehen, dass es der Nähe sehr förderlich ist, wenn Frau an euch heran rutscht, um von eurem Teller mitzuessen!

  5. CCA sagt:

    …und wie die Prinzessin wunderbar beweist, sind Frauen auch nie um eine Ausrede verlegen :)

  6. Die Prinzessin! sagt:

    @ cca: Mist, erwischt ;-)

  7. Sisou sagt:

    @ Sarah: Meinst du ehrlich, dass die Story erfunden ist? Magst du mal mit mir und meinem Mann essen gehen? Dann wirst du vom Gegenteil überzeugt. ;-)

    Das ist doch das Beste, wenn man essen geht… man probiert von fremden Tellern. Und würden beide das gleiche Gericht bestellen… das wäre eine furchtbare Verschwendung.

    Und außerdem… wenn Frau schon mal bekocht wird, dann ist das was besonderes. Da kann sie sich nicht einfach so für “irgendein Essen entscheiden”. Das dauert. :-)

  8. Shadriel sagt:

    *lol* ich stimme der Prinzessin und natürlich der Liebsten zu: das geht ja gar nicht, wenn ein Paar genau dasselbe bestellt ;o). Ich meine, es ist ja sowieso schon schwer sich bei so vielen Leckereien zu entscheiden. Was ist wenn man das “falsche” bestellt? *grins*… zumindest muss man auch für´s nächste Mal wissen, wie denn auch andere Gerichte schmecken.

    Da kommt dann unser Liebster ins Spiel… (für was nehmen wir ihn sonst mit? *rofl*, nein nein nicht ernst gemeint *zwinker*) ich finds auch immer toll wenn meiner einer sich etwas anderes aussucht :o ).

  9. Querkopp sagt:

    Hehe, also diese Taktik der “zwei essen gleichzetig” von Frauen ist ja nun wirklich eine alt bekannte. Da sollte man sich als Mann schön längst dran gewöhnt haben. Wer mal so einen Erfahrung gemacht hat, lernt daraus und wartet beim nächsten mal einfach gleich darauf wofür sie sich entscheidet und bestellt dann etwas anderes.

  10. Sarah sagt:

    Ja, die Sache hat Die Prinzessin ja auch richtig erklärt, da ist ja auch was dran. Ich bestelle ja auch nicht das gleiche wie mein Freund, aber dieses Hin und her finde ich sehr unrealistisch.

    Die Kopfschüttel-Wife muss schon eine sehr sehr anstrengende, schwierige Person sein. Aber wenigstens ist sie unter der Haube und macht nur einem Mann das Leben schwer.

  11. Kopfschüttler sagt:

    Männer können durchaus und ohne Probleme das Gleiche bestellen, essen, genießen. Wir haben ja schließlich schon damals im Wilden Westen alle aus einer rostigen Pfanne Bohnen mit Speck gefuttert… :-)

  12. Sisou sagt:

    Ja siehst du, darum sind eure Geschmacksnerven ja auch schon völlig verkorkst und es wäre eh egal, was ihr euch bestellt. :-)

  13. Waldfee sagt:

    @Sarah: Stimme dir voll und ganz zu.

    @Prinzessin: mag sein, dass dies auf ein paar frauen zutrifft, aber du stellst es ja fast so dar als ob ALLE so wären.. und das stimmt definitiv nicht.. ist doch piepegal ob mein begleiter/freund/wasauchimmer das gleiche bestellt.. solche “warum-einfach-wenns-auch-kompliziert-geht”-leute sind viel zu anstrengend und nervig.

  14. little-wombat sagt:

    boah… neee…. ich bin auch so.. in restaurants total unentschlossen. ich suche mir was aus der karte aus und tellerdreher findet dann immer wieder zeugs, was mir auch zusagt.. das ist echt ne qual, sich dann zu einigen. hach, ich verstehe die liebste nur all zu gut.

  15. Das Waldweiblein sagt:

    Also wenn das bedeutet, dass man gleich zwei Mal kulinarische Gaumenfreuden genießen kann, ohne selbst am Herd zu stehen, bin ich aber auch gern “warum-einfach-wenns-auch-kompliziert-geht”…

  16. mischällö sagt:

    Halli Hallo,

    ich lese den Kopfschüttel-Blog schon lachend eine ganze Weile und muß mich jetzt auch mal bei den Kommentaren einklinken…

    Erstmal großes Kompliment an den Kopfschüttler, für seine “Leidensfähigkeit” ;) Denn ich habe so ziemlich jede beschriebene Situation auch schon (oder so ähnlich) erlebt. Und jedesmal denke ich mir “Hat die ein Glück, daß ich Sie leibe, sonst…” :) )
    Danke, daß Du stellvertretend für alle Männer mal aufgeschrieben hast.
    Doch nun zum aktuellen Thema:

    Also ich habe meiner Freundin von Anfang an im Stile Loriot’s klar gemacht: “Was bei mir liegt gehört mir!” Der Teller ist absolute Sperrzone und wird bis auf’s Letzte verteidigt. Kann ich gar nicht haben, wenn Frau auf meinem Teller rumwerkelt. Wenn Sie fragt, gebe ich (vielleicht) was ab, aber einfach so zugreifen? Nee!

    @Sarah: Frauen sind GENAU so!!!

  17. Loco sagt:

    Wie gut, hier doch immer mal wieder zu lesen, was einem erspart bleibt, wenn man allein lebt.
    Wie gut, hier doch immer mal wieder zu lesen, was einem vorenthalten bleibt, wenn man allein lebt.

  18. Die Prinzessin! sagt:

    @ Loco: Sieh es mal so: falls du irgendwann mal in die Verlegenheit kommst, eine LAG (Lebensabschnittsgefährtin) an deiner Seite zu haben, weißt du ansatzweise wie du mit ihr umgehen kannst bzw. was dich in ihrer Nähe erwartet. Wie mehrfach in diesem Blog zu lesen ist, sind ALLE Frauen so.

    Einzige Möglichkeit das zu umgehen: du suchst dir nen Kerl, aber im Laufe einer Beziehung kann das hin und wieder an (räusper: in) manchen Stellen sehr schmerzhaft sein. LOL

  19. Joana sagt:

    ich finde es echt gut, was du da immer schreibst, ich freue mich, wenn ich soetwas lesen, kann, da wird das leben wieder etwas lebenswerter^^

  20. Waldfee sagt:

    es sind NICHT alle frauen so! ich weiss ja nicht was für frauen du kennst, aber ich kann dir sagen, dass es definitiv noch solche gibt, die einem nicht mit solch gelanglosem auf den keks gehen… ich weiss ja nicht, vielleicht bist du ja stolz drauf, so zu sein aber wegen dem musst du nicht alle so darstellen. das ist beleidigend.

  21. Sisou sagt:

    Waldfee, sieh es doch mal so… wenn ein Mann wirklich denkt, dass ALLE Frauen so sind – was ich ehrlich gesagt auch abstreiten würde – dann freut er sich doch umso mehr über das, was er zu Hause hat, oder? ;-)

  22. Steffi sagt:

    @Waldfee:
    Schön, dass sich hier auch mal jemand wie Du zu Wort meldet! :)
    Natürlich sind nicht alle Frauen so.
    Auf einen Teil trifft es zu, auf einen anderen nicht.
    Ich mache die Wahl meines Essens im Restaurant doch nicht von der Wahl meines Partners abhängig. Zumal wir ja zum Teil auch unterschiedliche Geschmäcker haben.

  23. Waldfee sagt:

    @Steffi:
    Endlich Unterstützung ;) Genau.. Wer sich schon Gedanken darüber macht, dass der Kellner denken könnte, man sei langweilig, nur weil man dasselbe bestellt, hat meiner Meinung nach zu wenig andere Probleme..

    Weisst du, ich werde nicht gern in eine Schublade gesteckt.. und schon gar nicht in eine, die ich absolut doof und nervig finde..

  24. sandra sagt:

    klasse, erinnert mich an mich *gg*
    ich lese hier schon sehr lange mit und finde das Blog einfach super.
    Bitte weiter so unterhaltsame Geschichten zum schmunzeln.
    Grüße

  25. Herr Jeh sagt:

    Gott, wie gut ich das alles kenne.
    99% der Geschichten in diesem Blog könnten von mir und meiner Baroness handeln.

    Sehr unterhaltsam, das. :)

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