Das ist biologisch soMeine Liebste und ich sitzen am Abend gemütlich tratschend im Bierhaus. Der Name des kleinen Lokals trügt: stilvolle Atmosphäre, nette Leute und zahlreiche Leckereien machen das Bierhaus zu einem Ort, an dem man sich richtig wohl fühlt.

„Du?“
„Ja Süße?“

„Kannst du schielen?“
„Was?“

„Na ob du schielen kannst! Mit den Augen!“
„Ja. Kann ich. Kann doch jeder.“

„Mach doch mal.“
„Schatz! Ich will hier jetzt keine Fratzen machen.“

„Warum nicht?“
„Weil ich hier auch später gerne noch einmal hingehen möchte.“

„Man wird doch wohl schielen dürfen.“
„Man darf, aber man soll nicht.“

„Wer sagt das, dass man hier nicht schielen darf?“
„Was soll denn das überhaupt werden??“

„Also kannst du nun schielen oder nicht!?“
„Ja! Hier!“

[Ich schiele, was das Zeug hält. Einmal, zweimal, dreimal.]

„Das finde ich toll.“
„Toll? Ich hätte eher getippt, dass du das albern findest.“

„Ich würde auch gerne schielen können.“
„Was? Wieso? Kannst du etwa nicht schielen??“

„Nein, konnte ich noch nie.“
„Das ist doch ganz leicht! Einfach auf die Nase schauen und fertig!“

„Auf die Nase schauen geht, aber dann irgendwie nicht mehr.“
„Es gibt Schlimmeres, Schatz.“

„Ich kann auch mein rechtes Auge nicht zu machen.“
„Wie bitte??“

„Also nicht einzeln.“
„Ähm…“

„Deswegen kann ich auch nie so richtig einen Sehtest machen.“
„Aha! Daher weht der Wind. Verstehe.“

„Was verstehst du??“
„Na ich weiß doch, dass du eigentlich eine Brille brauchst.“

„Brauche ich gar nicht!“
„So? Was steht da hinten an der Wand auf der Tafel?“

„Das Gericht des Tages.“
„Ach was! Und was genau?“

„Hm… Spaghetti mit Medaillons. Ha!“
„Sehr gut Schatz. Und das macht dich nicht stutzig?“

„Was?“
„Naja, Nudeln und Medaillons??“

„Wieso? Die haben doch immer so ausgefallene Sachen hier.“
„Schatz!“

„Was denn??“
„Da steht SPAGHETTI CON MELANZANE!“

„Oh…“
„Du brauchst eine Brille!“

„Frauen sehen im Dunkeln immer schlechter als Männer!“
„So? Das ist mir aber ganz neu!“

„Doch, das ist biologisch so.“
„Biologisch?? Das ist nur eine Ausrede, sonst nichts!“

„Das gleichen wir mit unseren besseren Instinkten aus.“
„Moment mal, du meinst also… Ja was eigentlich?“

„Frauen sehen nachts etwas schlechter, aber ahnen dafür mehr.“
„Als wer jetzt? Als Männer??“

„Natürlich! Frauen fahren ja auch nachts nicht so gerne Auto.“
„Nicht? Weil sie dann nichts sehen, oder was??“

„Genau.“
„Ach und da hilft euch euer grandioser Instinkt dann nicht??“

„Doch, weil wir grundsätzlich viel vorausschauender fahren.“
„Aber du hast doch eben gesagt, dass Frauen nicht…“

„Wir ziehen eben instinktiv die Sicherheit vor und lassen es.“
„Das Autofahren im Dunkeln??“

„Ja.“
„Aber Schatz, das…“

„Ich ahne bereits, was du jetzt sagen willst.“
„Ach!? Na da bin ich jetzt aber mal gespannt!“

„Du denkst, dass das totaler Blödsinn ist.“
„Stimmt! DAS ist richtig!“

„Du vergisst dabei nur einen wichtigen Punkt.“
„Und der wäre??“

„Ich spüre, dass ich Recht habe!“

Kopfschüttel…