Mein Freund AxelMeine Liebste und ich sitzen gemütlich im Anschluss an einen Theaterbesuch an der Cocktailbar der Lounge und schlürfen exotische Getränke. Natürlich sind wir dem Anlass entsprechend einigermaßen ordentlich gekleidet.

„Voll lecker!“
„Ja? Also ich mag ja dieses süße Zeug nicht so.“

„Ich schon, Swimming-Pool ist mein Lieblings-Cocktail.“
„Jaja… Aber du magst ja auch Marmelade auf Salami…“

„Na und? Was ist damit??“
„Das ist krank!“

„Du musst es ja auch nicht essen.“
„Gott sei Dank sind Geschmäcker verschieden…“

„Magst du mein Outfit heute? Du hast gar nichts gesagt.“
„Ja, Schatz, das mag ich.“

„Was für Schuhe habe ich an?“

[Da ist sie wieder, eine von diesen gefährlichen Fragen, die jedem Manne das Adrenalin in die Venen pumpt! Ich bin mir nicht ganz sicher, welche Schuhe sie trägt. Also ich weiß, es ist eine braune Bluse und eine schwarze Hose…
Aber was für Schuhe?? Sicher hat sie zu der schwarzen Hose auch schwarze Schuhe an. Das sähe gut aus, und sie sieht immer gut aus. Und ich habe es auf dem Kopfsteinpflaster vorhin laut Klickern gehört. Ja, die schwarzen Dinger müssen es sein! Ich bin gerettet!]

„Und?“
„Natürlich weiß ich, welche Schuhe du trägst!“

„So? Und welche?“
„Ist das hier ein Verhör? Reicht es nicht, dass ich es weiß?“

„Nein. Los, sag schon!“
„Die schwarzen Klickerdinger mit den hohen Absätzen.“

„Welche schwarzen Klickerdinger? Was soll das denn sein??“
„Na die halbhohen Schwarzen mit den Dingens…“

„So etwas besitze ich überhaupt nicht!“
„Ach, nicht…?“

„Nein! Wie kommst du denn darauf??“
„Ich hätte schwören können, dass du die an hast.“

„Doofie! Kannst du dir nicht mal meine Schuhe merken??“
„Doch Schatz, ich dachte, du hättest schwarze Schuhe an.“

„Die sind aber dunkelbraun!“
„So? Zu einer schwarzen Hose??“

„Ja wieso denn nicht bitteschön?“
„Naja, ich meine, passt denn das zusammen?“

„Eben gerade das wüsste ich ja gerne von dir! Vorher!“
„Ähm…“

„Ich will deine Meinung zu meinen Sachen hören.“
„Aber ich sage doch immer was dazu!“

„Pff, wenn ich dich frage, dann schaust du nicht einmal auf und sagst, das sei sehr schön alles.“
„Das stimmt so nicht!“

„Doch, wohl!“
„Ich würde es nicht sagen, wenn ich es nicht gesehen hätte!“

„Selbst wenn: dir gefällt ja immer alles, das kann nicht sein!“
„Bitte??“

„Mein Freund Axel zum Beispiel, der sagt mir immer, wie es wirklich ist.“
„Wieso, was sagt der denn??“

„Wenn ich in einer Hose einen dicken Hintern habe, dann sagt er mir das auch.“
„Und dann??“

„Dann kann ich mir wenigstens was anderes anziehen!“
„Toll, und die Hose trägst du dann doch nie mehr!“

„Natürlich nicht!“
„Aber du hast sie doch gekauft.“

„Das kommt halt vor.“
„Du hast keinen dicken Hintern.“

„Habe ich doch.“
„Das ist Blödsinn! Ich muss wohl mal mit Axel reden…“

„Wieso denn? Wozu? Soll er dir auch sagen, dass du einen dicken Hintern hast?“

Kopfschüttel…