Wenn mal was istMeine Liebste war am Vorabend bis tief in die Nacht mit einer ihrer Freundinnen unterwegs und ich konnte mangels Energie nicht auf ihre Rückkehr warten, wie sonst.
Frühstückszeit am nächsten Morgen. 

„Du warst aber gestern schon früh im Bett.“
„Ja, ich war so müde. Wie lief es bei dir?“

„War ein netter Abend, wir hatten uns viel zu erzählen.“
„Das freut mich Schatz, sehr zufrieden siehst du aber nicht aus!?“

„Ach und das wundert dich?“
„Ähm… Wieso? Habe ich etwas verpasst?“

„Ja, hast du.“
„Und was?“

„Ich habe dich gestern Abend noch angerufen.“
„Tatsächlich? Habe ich gar nicht gehört? Wann denn?“

„So gegen elf. Du bist nicht ans Telefon gegangen.“
„Das tut mir leid, da war ich wohl schon eingeschlafen.“

„Ich habe mir richtig Sorgen um dich gemacht!“
„Aber ich habe dir doch gegen zehn noch eine SMS geschrieben?“

„Ja, die habe ich aber nicht gleich gelesen.“
„Ach so, naja, was soll’s.“

„WAS SOLL’S?? Ich habe dauernd bei dir angerufen!“

[Dieser Hinweis bestätigt sich, als ich auf unsere Telefone schaue.
4 Anrufe auf dem Festnetz, 5 auf meinem Handy, 3 SMS-Nachrichten und zusätzlich noch 2-mal Anrufbeantworter. Ähm…]

„Schatz, ich… Was ist denn passiert?“

„Jetzt ist es sowieso zu spät.“
„Es tut mir leid, aber was war denn??“

„Sogar bei meinen Eltern kann ich nachts um 4 noch anrufen und die gehen ans Telefon! Nur du nicht!“
„Schatz, ich habe es wirklich nicht gehört.“

„Und wenn mir jetzt was Schlimmes passiert wäre?“
„Ist dir denn was Schlimmes passiert??“

„Nein.“
„NEIN?? Gut, und wo ist denn jetzt das Problem?“

„Ich muss dich erreichen können, wenn mal was ist.“
„Kannst du doch gewöhnlich auch!“

„Gestern aber nicht!“
„Ja ausnahmsweise, die Telefone lagen im Arbeitszimmer, ich…“

„Ich bin ja auch immer für dich erreichbar.“
„Aber das erwarte ich doch gar nicht von dir!“

„So? Na dann gehe ich demnächst eben auch nicht ran!“
„Na toll! Dann eben nicht!“

„Bäh!“
„Pff!“

[12 Uhr Mittags, die Revolverhelden stehen sich im Abstand von 10 großen Schritten gegenüber. Die Sonne brennt, kein Lüftchen regt sich. Die Mundharmonika spielt eine tragische Melodie, die Nerven der Kontrahenten sind gespannt wie Drahtseile, eiserne Blicke ohne Wimpernschlag bohren sich durch die Luft. Die Hände bewegen sich langsam und konzentriert zu den Halftern…]

„Du?“
„Ja?“

„Du weißt doch, dass ich dich lieb habe, oder?“
„Ja, und du weißt, dass ich dich lieb habe, stimmt’s?“

„Und wenn du gestern Abend dein Telefon bei dir gehabt hättest, dann…“
„Ja? Was?“

„Dann hätte ich dir sagen können, dass du gut schlafen und von mir träumen sollst.“
„Oh Schatz, ich…“

„Und dass ich dich lieb habe und dass ich dich vermisse.“
„Ah, ja das wäre… DAS wolltest du mir gestern sagen? Schatz?“

„Ja, du Blödmann.“
„Schatz, es tut mir wirklich leid, dass ich eben so…“

„Und ich wollte dir noch sagen, dass du die Schlafzimmertür zumachen sollst: damit ich dich nicht wecke, wenn ich nach Hause komme.“

Kopfschüttel…