Kleine HaieMeine Liebste und ich sind urlaubsreif, eine Fernreise wurde gebucht. Natürlich hat meine Liebste aus den möglichen Angeboten das teuerste ausgewählt… Heiße Sonne, türkisfarbenes Wasser, exotische Fische, stundenlanges Schnorcheln. Naja, also…

„Du, was ist denn jetzt Schnorcheln genau?“
„Ähm… Süße, das hättest du vielleicht VORHER fragen sollen!?“

„Ach, das lernt man doch, oder?“
„Ja schon, aber wenn man einen Schnorchelurlaub…“

„Kannst du denn Schnorcheln?“
„Ja.“

„Und was braucht man da?“
„In erster Linie Wasser.“

„Mann, jetzt erklär mir das doch mal, du Blödmann!“
„Taucherbrille aufsetzen, Schnorchel in den Mund, und los.“

„Ich habe aber gar keine Taucherbrille.“
„Ach so, ja, dann kaufen wir dir am besten eine?“

[Wir setzen uns in die Straßenbahn, fahren in die Bremer City und besuchen die Wassersport-Abteilung von Karstadt.]

„Hier gibt es aber viele Sonnenbrillen!“
„Du meinst: Taucherbrillen.“

„Huch, ja, klar. Taucherbrillen. Früher waren die viel kleiner.“
„Das, was du meinst, sind Schwimmbrillen. Wir wollen tauchen.“

„Und was nimmt man jetzt da?“
„Probier mal diese hier, die ist mittlere Größe.“

[Meine Liebste schnallt sich das Ding um. Das dauert so seine Zeit, da sie zuerst Ihre Haare ordnen, die Handtasche sichern und mich noch dreimal vorher küssen muss.]

„Die geht nicht, da kriege ich keine Luft! Meine Nase!“
„Schatz, die Nase ist halt mit drin. Man atmet durch den Mund.“

„Ich mag aber nicht durch den Mund atmen!“
„Ja Schatz, es geht aber unter Wasser nicht anders!“

„Muss man beim Schnorcheln ganz unter Wasser?“
„Nein, man liegt einfach oben AUF dem Wasser.“

„Und wenn ich dann untergehe??“
„Du gehst nicht unter! Du kannst doch schwimmen, oder?“

„Natürlich kann ich schwimmen. Aber nicht tauchen.“
„Tauchen kommt von ganz alleine…“

„Du bist so doof!“
„Wusstest du, dass die kleinen Fische an deinen Zehen knabbern?“

„WAS?? Niemals! Du willst mich nur ärgern!“
„Ja Schatz. Es sind keine kleinen Fische, sondern die Haie.“

„Pfff, da gibt es ja gar keine Haie…“
„Doch, aber nur ganz kleine, und damit du sie sehen kannst, brauchst du eben diese Sonnenbrille.“

„Du meinst: Taucherbrille!“
„Jaja, du bringst mich aber auch ganz durcheinander!“

„Die hier passt mir nicht, da kommt Wasser rein.“
„Wieso das?“

„Hier, da. Schau! Die hält gar nicht richtig!“
„Unter Wasser wird sie dicht sein.“

„Wieso? Was ist denn da dann anders?“
„Es ist deutlich nasser, als hier? Die saugt sich dann an.“

„Ich frage lieber eine Verkäuferin.“
„Ach, tu traust meinem Rat also nicht??“

„Doch Schatz, aber vielleicht hast du da ja was übersehen.“
„Na toll! Ich reiße mir hier ein Bein aus und du…“

[Meine Liebste streckt sich und sucht einen „kompetenteren“ Ansprechpartner. Da die gegenwärtige Personalsituation in dem Geschäft allerdings eher als „knapp“ zu bezeichnen ist, geht das nicht gerade erfolgreich vonstatten.]

„Moment, wo ist denn hier ein Spiegel?“
„Spiegel? Wofür jetzt?“

„Na ich muss doch sehen, ob die mir steht.“
„Schatz, das ist eine Taucherbrille. Die steht niemandem.“

„Du meinst, das sieht doof aus, wenn ich die drauf habe?“
„Naja, also, nein… Wie gesagt…“

„Dann will ich die nicht!“
„Schatz, ALLE Schnorchler haben solche Brillen!“

„Du auch?“
„Ja, ich auch.“

„Dann setz du auch mal eine auf. Hier, nimm.“
„Na also gut… Moment… So. Und?“

„SO sehe ich damit auch aus??“
„So ähnlich, ja. Wieso?“

„Au Backe…“
„Was soll denn das jetzt heißen bitte??“

„Also gut, ich trage auch so ein Ding. Um dir beizustehen.“

Kopfschüttel…