Des Kopfschüttlers AlbtraumMeine Liebste war für ein paar Tage beruflich unterwegs; das kommt öfter mal vor und auch wenn es nie für lange ist, so freuen wir uns dennoch immer sehr, wenn wir uns anschließend wieder in die Arme fallen können.

„Hallo Schatz, da bin ich wieder, freust du dich?“
„Ja Süße, ich hätte es auch nicht länger ausgehalten!“

„Das ist auch gut so. Ich freue mich auch.“
„Wie war denn deine Reise? Alles gut?“

„Jaja, alles OK. – Du Schatz?“
„Ja?“

„Du hast mich doch lieb, oder?“
„Ja natürlich, warum fragst du das so komisch?“

„Nein, erst musst du es mir sagen!“
„Was sagen?“

„Dass du mich lieb hast.“
„Ich habe dich GANZ DOLL lieb, Schatz.“

„Wirklich?“
„Ja, Schatz. Was ist los, hast du was angestellt?“

„ICH? NEIN! ICH DOCH NIE! Wieso fragst du?“
„Naja nur so!“

[Meine Liebste kann Dinge sehr gut in ein anderes Licht rücken. Aber richtig lügen kann sie nicht. Ich spüre Skepsis.]

„Du Schatz, ich war doch jetzt ein paar Tage unterwegs.“
„Ja, ich weiß, und?“

„Was wäre, wenn mir da aus Versehen was passiert wäre?“
„Bitte? Wie jetzt was passiert?“

„Naja, wenn ich einen Fehler gemacht hätte.“
„Das kommt dann wohl auf den Fehler an, oder? Was ist denn?“

[Meine Liebste hat in einem schicken Hotel übernachtet. Normalerweise schreibt sie dann abends immer noch eine liebe SMS. Gestern aber nicht…]

„Ich weiß nicht, wie es passiert ist, aber ich habe wohl für einen kurzen Moment nicht aufgepasst.“
„Schatz, wenn es das ist, was ich befürchte, dann…“

„Was du befürchtest? Heißt das, du hast es schon gesehen?“
„Gesehen? Was denn gesehen??“

[Meine Blicke streifen über ihren weißen Blusenkragen auf der Suche nach Lippenstift. Wobei das ja Blödsinn ist, denn Männer tragen ja selten welchen… Knutschfleck ist aber auch nicht zu sehen.]

„Naja, also…“
„Du warst gestern abend nicht auf deinem Hotelzimmer!“

„Das stimmt, wir waren noch an der Bar und…“
„Wer sind denn bitteschön WIR?“

„Schatz, nun lass mich doch erstmal erklären!“
„Was gibt es denn da zu erklären?? Das glaube ich ja wohl nicht!“

[Gott was für eine Horrorsituation! Alles kann ich ertragen, bloss das nicht. Ich werde sie zum Mond schießen!]

„Es tut mir so leid, so leid, und wir könnten doch probieren…“
„Was denn? Was denn probieren? Vergeben und vergessen?“

„Nein, wir könnten da doch einmal zusammen hinfahren.“
„Ach nee! Der Täter kehrt an den Ort des Verbrechens zurück!?“

„Aber vielleicht hat der die ja noch.“
„WAS? Wer jetzt?“

„Der Juwelier.“
„EIN JUWELIER??“

„Ja, wo du meine Ohrringe gekauft hast. Ich hab doch den einen verloren gestern, und das tut mir so leid! – Schatz? „

„Warum bist du so blass??“

Kopfschüttel…