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Todesuhr

4. Oktober 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Vorhin rief mich meine Liebste an den PC. In Erwartung von Problemen wie einer Warnmeldung wegen nicht aktualisiertem Virenprogramm, voller Festplatte oder ähnlichem nahm ich den Platz vor dem Rechner ein. Sie sagte:

„Mach mal!“
„Was denn? Scheint doch alles in Ordnung zu sein…“

„Nein, du sollst mal auf der Seite da den Test machen.“
„Hä was? ‚Todesuhr‘? Was ist denn das für ein Humbug?“

„Ja, da kannst du deinen Todestag errechnen.“
„Will ich doch gar nicht wissen!“

„Das ist doch auch nur halb ernst! Jetzt mach doch mal!“
„Na gut… Das Geburtsdatum, OK. Mein Gewicht?“

„80 kg hast du bestimmt, oder?“
„Was? Höchstens 75 kg! Eher 74. Ich nehm 74.“

„Du willst wohl einen Tag mehr rausholen?“
„Quatsch. Wieso kann man denn die Größe nur in 5-cm-Schritten ändern?“

„Ist doch nicht so wichtig, das ist doch nur Spaß!“
„Na gut. Welches Getränk ich mindestens einmal pro Woche trinke… Wasser.“

„Und Bier?“
„Nein, ich trink manche Woche auch mal kein Bier. Aha, hier sind jetzt mal eindeutige Sachen. Aber das hier ist ja wieder Quatsch: Ob ich bei Rot über die Ampel gehe. Nein.“

„Ich schon!“
„Gehst du auf fremde Leute zu? Ich würde sagen ja.“

„Ach, was sind das denn für Leute?“
„Das weiß ich doch nicht. Ist doch nur Spaß, hast du gesagt.“

„Also das finde ich nicht mehr spaßig, wenn du auf fremde Leute zugehst. Sind sie weiblich?“
„Die Frage war weiter oben, allerdings in anderer Form.“

„Nein, ich meine, ob die fremden Leute weiblich sind.“
„Was weiß  ich. Jetzt lass mich doch mal weitermachen. Wie viele Menschen ich mit ins Paradies nehmen würde… so ein Müll! Na gut, keinen einzigen.“

„WAS? Du würdest ohne mich ins Paradies gehen?“
„Na sonst wär’s ja kein… Also gut, nehm ich ‚Unter 5‘, ist das besser?“

„Da hast du aber Glück gehabt!“
„Wieviele ich durch Gedanken umbringen würde, sag mal, haben die sie noch alle? Keinen!“

„Also bei mir waren es unter 5…“
„Du musst deinen Mitmenschen gegenüber einfach etwas nachsichtiger sein… Wenn ich esse – probiere ich alles.“

„Stimmt. Gibt bestimmt einen Tag Abzug.“
„Egal. Hier, da hol ich ihn wieder rein: Ich bin nie oder sehr selten krank.“

„Aber wenn, dann jammerst du, dass man gleich einen Pfarrer holen möchte!“
„Ach was. Hast du viel Kummer? – Nö.“

„Das freut mich aber!“
„‘Du wirst von einem Auto überfahren, was ist die wahrscheinlichste Ursache?‘ – Das weiß ich doch nicht im Voraus!“

„Jetzt nimm doch irgendwas, es ist doch nur so eine Art Spiel!“
„Gut. Ich lag mitten auf der Straße, das nehm ich.“

„Irgendwie unangenehm.“
„Und hier ja… ja… und nein. Wie oft feiere ich denn? Ich nehme mal täglich. Meinen Feierabend.“

„Ja, das scheint bei dir immer öfter ein richtiger Grund zum Feiern zu sein…“
„Sport – mmh, eher selten. Rauchen nein, gute Ausbildung ja. Extrem-Sportarten auch nicht. So, endlich fertig.“

„Jetzt bin ich aber gespannt, was rauskommt! Ich sterbe 2058.“
„1. Mai 2056! Das ist ja noch eine Weile hin.“

„Das ist aber ein blödes Datum! Am 1. Mai will ich kein Bestattungsinstitut anrufen, da ist doch ein Feiertag! Mach den Test nochmal und gib diesmal das eine Kilo mehr an!“

Kopfschüttel…




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Mal richtig dänisch essen

29. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ein Kurzurlaub mit meiner Liebsten im benachbarten Dänemark an einem wunderbaren, sonnigen Wochenende. Tolle Spaziergänge, ein gutes Hotel und gemütlich Essen gehen machten das Wochenende nahezu perfekt – zumindest für mich. Sie wusste wieder mal nicht, was sie wollte, außer was zu Essen:

„Oh, ich hab Hunger nach dem Strandspaziergang.“
„Na, dann lass uns was Essen gehen, ich lad dich ja schließlich ein.“

„Ja, unten hab ich eine Pizzeria gesehen und vorhin sind wir an einem Chinesen vorbeigekommen. Worauf hast du denn Lust?“
„Och, wollen wir nicht lieber was typisch dänisches essen, wenn wir schon hier sind?“

„Was ist denn typisch dänisch?“
„Na zum Beispiel Smörrebröd.“

„Hmmm. Trockenes Brot.“
„Belegtes Brot!“

„Ich mag lieber was Warmes essen.“
„Na, da gibt’s bestimmt irgendein leckeres Fischgericht, hier am Meer…“

„Jaaa….“
„Ach, komm. Die Pizza und Pasta gibt’s doch überall und im Urlaub kann man ruhig mal was ausprobieren.“

„Na gut. Dann suchen wir mal.“
„Das hier hat immerhin schon mal einen Fisch im Logo, und es ist nicht die ‚Nordsee‘…“

„Aber wir schauen erst mal außen auf der Karte, ja?“
„Gut. Immerhin erkennt man da auch die Preise.“

„Ja. Aber den Rest verstehe ich nicht. Wie ist dein Dänisch?“
„Öhh… Ach egal, hier hat’s einen schönen Biergarten, und du kannst ja auf die Teller der anderen Gäste schauen und dir bestellen, was lecker aussieht. Also nichts wie rein!“

„Das ist doch total peinlich!“
„Wieso?“

„Erstens mag ich nicht neugierig rumgucken und dann ist das viel zu auffällig.“
„Also ich guck dezent rum und bestell mir den Braten, den der Herr dahinten isst.“

„Pah. Oh, die Bedienung kommt schon.“
„Äh… ein Öl… Carlsberg Öl. Und da hinten das, was der Herr isst.“

„Sie hat glaube ich nur das Bier verstanden…“
„Na das was der da hinten hat…“

[Meine Liebste zeigt mit dem Finger hin.]

„Siehst du, jetzt hat sie’s verstanden! Ich nehme einen Orangensaft… äh…“
„Das war jetzt aber schon fast peinlich! Und das was du suchst, heißt Appelsinsaft oder so.“

„Also einen Appelsinsaft. Äh.. und einen Salat.“
„Sie versteht Salat wohl nicht…“

[Die Bedienung zeigt Richtung Innenraum und bedeutet meiner Liebsten, mitzukommen.]

„Äh nein… Ach so, sie will mir was zeigen!“
„Na dann mal los!“

[Einige Minuten später kommt meine Liebste wieder zurück.]

„So, bestellt!“
„Was war denn an dem Salat so kompliziert?“

„Sie hat’s mir in der Küche gezeigt: Es gibt ‚Grön Salat‘, das ist ein einfacher grüner Salat, oder ‚Blandet Salat‘, das ist so ein gemischter Salat.“
„Und, was hast du nun genommen?“

„Ich hab dann ein Schnitzel bestellt, das hatte der Koch grade in der Pfanne und das sah so lecker aus!“

Kopfschüttel…




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