Turnschuh

30. August 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste sitzt in der Küche und trinkt Tee, als ich am Abend nach Hause komme. Das ist an sich nichts Besonderes, aber genau das mag ich ja an Partnerschaften: es ist jemand da, der dich liebt und auf dich wartet, wenn du erschöpft nach Hause kommst. Ist das Leben nicht schön?

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße!”

“Und? Geht´s dir gut?”
“Ja.”

“Aha.”
“Ja.”

“Geht das vielleicht auch etwas ausführlicher?”
“Es geht mir heute sehr gut, danke Liebste.”

“Aha.”
“Ja.”

“Mehr nicht??”
“Wieso? Was soll denn sein?”

“Naja, was heißt denn das??”
“Ähm… Ich verstehe die Frage irgendwie nicht?”

“Na ich sehe doch, dass es dir NICHT gut geht.”
“Wie bitte??”

“Wie geht es dir denn nun wirklich?”
“Es geht mir gut!”

“Männer…”
“Und was heißt das jetzt wieder??”

“Ihr könnt nie zugeben, wenn es euch mal nicht gut geht.”
“Aber ich…”

“…nicht mal euren eigenen Frauen gegenüber!”
“Wieso sollte es mir denn nicht gut gehen??”

“Frauen spüren das.”
“Was spürst du denn bitte??”

“Ich weiß nicht, aber mein Bauch sagt mir: da stimmt was nicht.”
“Was soll denn nicht stimmen??”

“Das will ich ja eben gerade von dir wissen!”
“Es ist alles mit mir in Ordnung! Etwas müde vielleicht, aber…”

“AHA!”
“Na und?? Ich bin doch öfters mal ein bisschen müde!?”

“Du solltest dich aufs Sofa legen und dich erholen.”
“Ähm…”

“…dann geht es dir auch bald wieder besser.”
“Es geht mir aber doch gar nicht schlecht!?”

“Vielleicht ist da auch eine Grippe im Anflug?”
“Quatsch!”

“Komm, ich mache dir einen Tee und du legst dich schön hin.”
“Nein! Ich will mich nicht hinlegen!!”

“Deine Nerven scheinen auch schon total blank zu liegen…”
“Hör jetzt auf mit dem Blödsinn!”

“Du willst mir also glaubhaft machen, du seist gar nicht krank??”
“Sooo! Jetzt kommen wir der Sache näher.”

“Also sagst du, dass du fit, frisch und gesund bist?”
“Richtig. Ich bin fit wie ein Turnschuh!”

“Gut! Das wusste ich.”
“Pff! Eben war ich doch noch todkrank, deiner Meinung nach!?”

“Hätte doch sein können??”
“Liebste, ich kann dir wieder mal nicht auch nur ansatzweise folgen…”

“Komm, lass uns gehen.”
“Gehen? Wohin??”

“Wir treffen uns gleich mit Tanja und Chrissi in der Bar Celona.”
“Was?? Wie bitte?? Also Moment mal, das…”

“Das wollten wir doch schon öfter mal machen!?”
“Das wolltest DU schon öfter machen, ICH NICHT!”

“Also Moment, DAS habe ich aber anders in Erinnerung!”
“Aha, und woran erinnerst du dich, bitte??”

“Immer, wenn wir uns treffen wollten, warst du leider krank.”
“Ähm…”

“…aber heute bist du ja zum Glück fit!”
“Aber…”

“Komm Turnschuh, lass uns gehen.”

Kopfschüttel…

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Totalmeise

24. August 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen zusammen auf unserem Sofa und lesen Zeitung; die Liebste irgendetwas mit bunten Bildern, Klatschgeschichten und Diätrezepten, ich etwas für Computerfreunde und Amateurbastler.
Wir sind uns einig, dass keiner mit dem anderen tauschen möchte…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was hier steht?”
“Nein.”

“Soll ich sagen?”

“Nein.”

“Nein??”
“Wenn ich wissen wollte, was in deiner Zeitung da steht, dann…”

“…dann würdest du sie selber lesen??”

“Ähm, richtig… Sagte ich das schon mal?”

“Ja, das sagtest du schon mal.”
“Schön, dann ist ja alles klar.”

“Aber das ist interessant hier, ehrlich!”
“Für wen jetzt?”

“Für mich, für dich, für alle eigentlich!”
“Aha. Nutzt es was, wenn ich weiterhin ablehne?”

“Nein. Ich sage es dir sowieso.”
“Ja… Wer konnte damit rechnen…”

“Also, pass auf.”
“Ich höre.”

“Hier steht, Frauen sollen Männern nicht immer alles glauben.”

“Ähm…”

“Ist das ein Knaller oder was!?”
“Also, ähm… Knaller inwiefern jetzt?”

“Na ist das nicht ätzend??”
“Ätzend??”

“Das impliziert ja, dass Frauen total doof sind!”
“Ach so, du meinst, weil…”

“…als wenn wir den Männern alles glauben würden, pff!”
“Ähm…”

“…und das ist eine Frauenzeitschrift, stell dir das mal vor!”
“Ja, das, ähm… Das ist…”

“Ich glaube, ich kaufe die Zeitung nicht mehr ab jetzt.”
“Aha…”

“…so was kann ich ja wohl nicht auch noch unterstützen!”
“Liebste, das ist das Vernünftigste, was du je gesagt hast.”

“Was? Wie bitte??”

“Naja, also, ähm, ich meine: du hast absolut Recht.”

“…das Vernünftigste, was ich jemals gesagt habe??”
“Also ich meinte das eher so, dass…”

“Du hast ja wohl ne Totalmeise im Oberstübchen!”

“Ich hab das nur so dahingesagt, ich meinte eigentlich…”

“Du hältst mich also auch für eine von den Doofchen, ja??”
“Nein, nein, entschuldige, ich habe Blödsinn geredet.”

“Ach ja??”
“Ja, es tut mir leid, natürlich war das nicht das Vernünftigste.”

“Das war nicht vernünftig?? Was denn dann, bitte??”
“Nicht das VernünftigSTE, sagte ich. Also, ich meine…”

“Du bist sooo doof!”
“Liebste, es tut mir wirklich leid!”

“Pff! Bäh!!”
“Du sagst eigentlich immer recht vernünftige Sachen.”

“Das glaube ich dir aber nicht!”

“Und wieso nicht??”

“Steht doch sogar hier in der Zeitung!!”

Kopfschüttel…

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[... .. .. ...]!

20. August 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste sitzt in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa, als ich am Abend nach Hause komme.
Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung setzt die Liebste allerdings ein ernstes Gesicht auf und schaut mich eindringlich an; als aufmerksamer Beobachter ahne ich: da kommt jetzt was…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Vor gut einer Stunde hat eine Frau angerufen.”
“Ja, ich weiß.”

“Die wollte dich sprechen.”
“Auch das weiß ich.”

“Sie wollte dann auf deinem Handy anrufen.”
“Hat sie auch.”

“Naja, dann ist ja alles gut.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Und wer das?”
“Wer war wer?”

“Die Frau, die dich sprechen wollte?”
“Ach so, die kennst du nicht.”

“Richtig, und wer war die jetzt?”
“Da ging es nur um eine Terminverschiebung.”

“Ach so.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Was für ein Termin denn?”
“Nichts Besonderes…”

“Nicht?”
“Nein.”

“Aha.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Ein beruflicher Termin?”
“Ja.”

“Und da ruft die hier zuhause bei uns an??”
“Sie hat sich vertan, sie wollte eigentlich meine Büronummer wählen.”

“Ach so, deswegen.”
“Ja.”

“-”
“-”

“SCHATZ!!”
“Was ist denn??”

“WER IST DIESE FRAU!?”
“Warum schreist du denn jetzt hier so rum??”

“Weil ich endlich wissen will, wer diese Frau ist!”
“Sie ist Projektleiterin bei einem meiner Kunden, zufrieden??”

“Projektleiterin??”
“Ja.”

“Ach so, das konnte ich ja nicht wissen.”
“Jetzt weißt du es.”

“-”
“-”

“Das kann doch nicht stimmen, das mit der Projektleiterin!!”
“Himmel, sag mal, was soll denn dieses Misstrauen jetzt??”

“Wieso hat diese [... .. .. ...] DEINE PRIVATE NUMMER??”
“Sag mal, spinnst du?? Wieso denn bitte [... .. .. ...]??”

“Weil diese [... .. .. ...] ja wohl mehr ist als nur eine Kundin!”
“Sie ist eine Kundin von mir, mehr nicht!”

“[... .. .. ...]!”
“Nein, keine [... .. .. ...]!”

“[... .. .. ...], [... .. .. ...], [... .. .. ...], [... .. .. ...]!!”
“Ich hab ihr nur meine Handy-Visitenkarte geschickt, sonst nichts!?”

“Und da hast du UNSERE private Nummer drin gespeichert??”
“Naja, zugegeben, das müsste ich mal ändern…”

“Du schickst irgendwelchen [... .. .. ...] deine private Nummer??”
“Hör jetzt auf mit den [... .. .. ...]!”

“Ist doch wahr!”
“Ich werde ja wohl mit meinen Kunden sprechen dürfen, oder??”

“Wie sieht die denn aus?”
“Wer! Die Projektleiterin??”

“Ja, die!”
“Woher soll ich das wissen, ich kenne sie ja noch nicht persönlich!?”

“Aha!”
“Was heißt denn Aha??”

“Du kennst sie also NOCH NICHT!”
“Richtig, noch nicht! Darum geht es ja bei dem Termin!”

“Du willst sie kennenlernen??”
“Vielmehr sie mich, um genau zu sein.”

“[... .. .. ...]!”
“Sie ist keine [... .. .. ...]!!”

“Sondern??”
“Sie ist eine Kundin! Nicht mehr und nicht weniger!”

“Die wird sich ja geärgert haben, als sie MICH am Telefon hatte!”
“Davon hat sie nichts gesagt.”

“[... .. .. ...]!”
“Ich geb´s auf…”

“Na schön, also eine Kundin.”
“NUR eine Kundin.”

“Nur eine Kundin.”
“Richtig.”

“-”
“-”

“Tut mir leid, dass ich etwas überreagiert habe.”
“ETWAS ist gut! Aber egal, es sei dir verziehen.”

“Danke.”
“Bitte.”

“Wann trefft ihr euch denn nun?”
“Nächsten Mittwoch.”

“Und wo?”
“Ich muss nach Frankfurt.”

“Nach Frankfurt?? Wieso denn nach Frankfurt??”
“Wieso, wieso! Weil die Firma dort sitzt, vielleicht??”

“Und kommst du dann denn abends wieder nach Hause??”
“Nein, ich bleibe wahrscheinlich dort, weiß ich noch nicht genau.”

“Und wovon hängt das ab, bitte??”
“Kommt drauf an, wie lange wir brauchen.”

“Also doch!”
“Was??”

“[... .. .. ...]!”

Kopfschüttel…

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143-mal, 576-mal, 289-mal…

17. August 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sind am Abend im Auto auf dem Weg zu Freunden von uns, die wir anlässlich deren Urlaubsdia-Event (ja, so etwas gibt es tatsächlich noch) besuchen wollen.
Während der Fahrt unterhalten wir uns noch über diverse letzte Details…

“Wo waren die noch gleich in Urlaub, Schatz?”
“Neuseeland, Süße.”

“Ach ja, richtig. Warst du schon mal in Neuseeland?”
“Nein.”

“Ich auch nicht.”
“Ich weiß.”

“Woher weißt du denn das??”
“Weil du es mir bestimmt schon mal erzählt hättest.”

“Wieso sollte ich??”
“Weil du mir ALLES schon einmal erzählt hast, und das mehrfach.”

“Ich?? Mehrfach??”
“Richtig.”

“Was habe ich davon denn mehrfach erzählt??”
“Zum Beispiel den Teneriffa-Urlaub, wo du mit deiner Freundin warst.”

“Das war ja auch ein ganz besonderer Urlaub!”
“Ja, weiß ich.”

“Und das habe ich schon öfter erzählt??”
“Gefühlte 143-mal, würde ich sagen.”

“Quatsch!”
“Na gut, sagen wir 57-mal.”

“Das wüsste ich doch, wenn ich das schon mehrfach…”
“Liebste, ich weiß ALLES über deinen Teneriffa-Urlaub, glaub mir.”

“Von mir??”
“Ja, von wem denn wohl sonst??”

“Sag mal ein Detail!”
“Och nee, wir kriegen gleich noch genug Urlaubsthemen…”

“Jetzt sag doch mal was von dem, was ich dir erzählt haben soll!”
“Naja, ähm, also da war doch das mit dem Taxi, oder?”

“Was für ein Taxi denn?? Auf Teneriffa??”
“Seid ihr da nicht Taxi gefahren, obwohl ihr kein Geld hattet?”

“Wie kommst du denn auf die Idee??”
“…und dann musstet ihr dem Taxifahrer zur Strafe was vorsingen?”

“Was für ein Quatsch ist das denn??”
“Das hast DU mir doch erzählt, und zwar schon mehrmals!?”

“Ich weiß überhaupt gar nicht, wovon du sprichst??”

“Soll das heißen, dass du auf Teneriffa NICHT Taxi gefahren bist??”

“Doch, natürlich bin ich da Taxi gefahren.”

“Sag ich doch!?”

“Aber das war alles ganz anders!”
“Die Details vielleicht, aber im Kern stimmt es doch, oder??”

“Die Details sind aber das Entscheidende.”
“An die Details kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.”

“Ich dachte, ich hätte dir das schon 576-mal erzählt??”
“Ja, aber so um 178 habe ich dann irgendwann abgeschaltet.”

“Du bist so doof!!”
“Aber richtig bleibt, dass du es mir schon mehrmals erzählt hast!”

“Aber du weißt ja gar nichts mehr davon!?”
“Das Nötigste weiß ich noch, keine Sorge.”

“Ich muss dir ja auch alles 289-mal erzählen!”
“34-mal reicht für normale Sachen völlig…”

“…sieht man ja, dass du dir selbst dann nichts merken kannst!”
“Warst du nun auf Teneriffa oder nicht??”

“Ja, aber das ist ja bloß ein Name, die GESCHICHTE macht´s!”

“Schön, heute Abend hören wir uns die Neuseeland-Geschichte an.”

“Dann pass aber wenigstens da ein bisschen auf.”
“Zum Glück gibt es ja schöne Bilder dazu.”

“Hoffentlich sind die auch schön…”

“Wieso? Letztes Jahr die Thailand-Bilder, die waren doch toll?”

“Ja, aber viele von den Portraits waren hässlich.”
“Nicht überall können die Menschen so schön sein wie auf Teneriffa.”

“Was soll das denn jetzt bitte heißen??”

“Menschen sehen in echt eben anders aus als in deinen Zeitschriften!”

“Und was hat das mit meinem Teneriffa-Urlaub zu tun??”
“Nichts, vergiss es, ja?”

“Apropos hässliche Fotos:”
“Ja?”

“Mir fällt ein, dass ich noch gar kein Kinderfoto von dir habe.”

Kopfschüttel…

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Grillparty Teil 2

12. August 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Nachdem meine Liebste und ich unsere Grillparty am Wochenende gut über die Bühne gekriegt haben und alle Gäste zufrieden nach Hause gegangen sind, stehen wir vor dem großen Berg Aufräumarbeiten.
Immerhin: Alle sind satt geworden, und wer nicht, der war selber schuld. ;-)

“So Schatz, und? War doch super unsere Party, oder?”
“Ja, Süße. Hat wirklich Spaß gemacht.”

“Naja, ich hatte aber auch alles sehr gut vorbereitet.”

“Du meinst: wir.”

“Was wir?”
“WIR haben alles sehr gut vorbereitet.”

“Ja, schon. Aber ein bisschen mehr ich.”
“Hallo?? Wer musste denn den ganzen Kram einkaufen??”

“Und wer musste alles planen und bestellen??”
“Pff! Das waren ein paar Telefonate und Zettel, während ich…”

“Na schön, na schön! Ist ja gut! Wir.”
“Ja, wir! Sagst du das jetzt nur so oder meinst du das auch!?”

“Nein, nein, ich meine auch WIR.”
“Dann ist ja alles gut.”

“Also überwiegend wir.”
“Was??”

“Naja, so 80 Prozent wir.”
“80 Prozent?? Und was war dann der Rest??”

“5 Prozent du, 15 Prozent ich.”
“Wie bitte??”

“Naja, die Planung ist ja wohl wichtiger, als Tüten schleppen.”

“Es reicht aber nicht, nur zu planen! Einer muss auch schleppen!”

“Natürlich, das bezweifelt ja auch niemand!?”

“Und wieso ist das jetzt weniger wichtig, bitte??”

“Weil das ja wohl jeder kann, ein paar Sachen schleppen.”
“Ach so! So wie jeder Packesel, oder was??”

“So würde ich das jetzt auch nicht sagen, aber…”
“Deine superwichtige 15-Prozent-Planung lag ja wohl total daneben!”

“Was?? MEINE Planung??”
“Guck dir mal an, was allein an Salat übrig geblieben ist!”

“Was ist denn damit??”
“Oder das Fleisch, was sollen wir denn jetzt damit machen??”

“Das bisschen da??”
“Das bisschen?? Manche Ranch in Texas hat nicht so viel Rindfleisch!”

“Da kann ich doch nichts dafür!?”
“Ich dachte, du hättest alles so supertoll geplant??”

“Kann ich wissen, dass deine Kumpels so wenig essen??”

“Ja, klar! Und was war mit deinem komischen Frauenclub da??”

“Wieso, was war denn??”

“Die eine da, die Dings… Die die Salzstangen wollte??”

“Du meinst Christine?”
“Ja, Christine!”

“Was war denn?? Ich habe ihr doch Salzstangen hingestellt??”
“Ja, und dann hat sie EINE gegessen! EINE!”

“Schön, und was hat das jetzt mit meiner Planung zu tun??”

“Ähm, das hat, ähm… Mist, was wollte ich denn damit sagen!?”

“Keine Ahnung, wovon du da redest.”
“Also ganz allgemein wollte ich sagen, dass wir…”

“…und außerdem hatte ich keine 15-Prozent-Planung.”
“Nicht?? Hast du nicht eben selber gesagt, dass…”

“Nein, ich sagte, dass ich 55 Prozent Vorbereitung hatte.”

“…und wenn du 120 Prozent gehabt hättest, dann wäre trotzdem…”

“Das ist ja jetzt Blödsinn, 120 Prozent geht ja gar nicht!”
“Na schön, dann eben 100 Prozent oder was weiß ich, ist doch egal!”

“Das ist eben NICHT egal!”
“Es geht darum, dass du viel zu viel Essen geplant hast!”

“Lieber zu viel, als zu wenig!”
“ETWAS zu viel ist ja in Ordnung, aber wir haben VIEL zu viel!”

“Wieso, das bisschen da??”
“Ich brech zusammen…”

“Du brichst zusammen?? Wovon denn jetzt?”
“Von der schweren Last, dir mir der Herr aufgeladen hat…”

“Aha, OK, jetzt verstehe ich das erst richtig.”

“Was verstehst du jetzt??”

“Was du mit dem Packesel gemeint hast! IIIAAAHHH!!”

Kopfschüttel…

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Grillparty Teil 1

9. August 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich haben am heutigen Samstag ein paar Freunde zu einer Gartenparty eingeladen.
Das Wetter meint es gut mit uns und eigentlich ist alles schon seit Tagen perfekt vorbereitet.
Nur eine Kleinigkeit gilt es noch zu erledigen…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Fährst du jetzt los?”
“Wohin??”

“Na die Grillsachen vom Schlachter abholen??”
“Ach ja, das hätte ich jetzt fast vergessen…”

“SCHATZ!”
“war nur ein Witz, ich fahre gleich los.”

“Gut, dann pass aber auf, dass wir genug Fleisch haben.”

“Ähm… Ich dachte, du hättest alles vorbestellt??”

“Habe ich ja auch, aber ich bin mir nicht sicher.”

“Du bist dir nicht sicher??”

“Ich weiß nicht, ob ich wirklich genug bestellt habe…”
“Was hast du denn bestellt??”

“Das weiß ich jetzt aus dem Kopf nicht mehr.”
“Und wie soll ich dann prüfen, ob alles dabei ist??”

“Deswegen sage ich ja, dass du mehr mitbringen sollst!”
“Mehr als was??”

“Mehr eben, kann ja nicht schaden, oder??”
“Aber…”

“Bring einfach zur Sicherheit noch mehr Würstchen mit.”
“Na schön, wenn du meinst…”

“Und Bier.”
“Bier?? Aber wir haben doch gestern erst…”

“Ja, aber guck doch mal, wie warm das draußen ist!”
“Aber Bier kriege ich doch nicht beim Schlachter??”

“Natürlich nicht, du Blödmann! Du musst zum Getränkemarkt.”

“Och nee, muss das sein? Wir haben doch wirklich genug und…”

“Wir machen so selten eine Party, da will ich nicht, dass…”

“Schon gut, schon gut, ich hole noch ne Kiste Bier extra.”

“Also wenn du zum Getränkemarkt fährst, dann…”
“Dann??”

“…dann kannst du auch eben noch beim Bäcker halten.”
“Beim Bäcker??”

“Wir haben bestimmt nicht genug Weißbrot.”
“Liebste, das hast DU doch heute Morgen schon besorgt, oder??”

“Ja, aber ich fürchte, das reicht nicht…”
“Du meinst, der riesen Berg in der Küche reicht nicht??”

“Ich glaube nicht…”
“Süße, das Brot reicht locker für zwei Schützenfeste!”

“Kannst du nicht EINMAL machen, worum ich dich bitte!?”

“Darum geht es ja gar nicht, ich mach´s ja, aber…”

“Dann bring noch Zwiebelbrot mit oder Fladenbrot!”
“Ja, Schatz…”

“Mann, ist das anstrengend mit dir…”

“Ähm…”

“Haben wir jetzt alles?”

“Also da halte ich mich jetzt raus…”

“Wieso hältst du dich da raus??”
“Nach deiner Ansage hier eben? Nee.”

“Ist das vielleicht auch deine Party, oder was!?”
“Ja, schon, aber ICH hätte nicht mal die Hälfte eingekauft!”

“Und genau deswegen muss ich da ja auch drauf aufpassen!”
“Hier bei uns ist noch nie jemand verhungert!”

“…und genau DAS hast du MIR zu verdanken!”
“Jedes Mal bleiben Berge an Essen übrig!”

“Quatsch!”
“Und ob! Und dann müssen alle immer genervt was mitnehmen!”

“Genervt?? Das ist doch alles immer total lecker!”

“Ja, aber trotzdem nervt das!”

“Gar nicht!”

“Doch!”

“Aber gut, dass du das gesagt hast.”
“Was? Wieso? Wer??”

“Du denkst ja doch ab und zu mit, ich bin überrascht!”
“Wieso, was habe ich denn gesagt??”

“Das hätte ich fast vergessen.”
“Was hättest du fast vergessen??”

“Du musst nach dem Bäcker auch noch schnell am Rewe halten.”
“Und wieso das jetzt?? Was muss ich denn da noch holen??”

“Da holst du noch Alufolie und Frischhalteboxen.”
“Wie bitte??”

“Damit jeder was mitnehmen kann, falls was übrig bleibt.”
“Aber ich dachte, es bleibt nichts übrig??”

“Bleibt ja auch nicht!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich haben am Sonntagnachmittag ein wenig Zeit und wir überlegen, ob wir gemeinsam ein Eis essen gehen wollen.
Eigentlich sind solche Ideen immer schnell und einfach diskutiert und beschlossen, aber heute anscheinend nicht…

“Ich weiß nicht, Schatz…”
“Was weißt du nicht, Süße?”

“Ob wir jetzt ein Eis essen gehen sollten…”
“Wieso denn nicht??”

“Weil ich noch auf einen Anruf warte.”

“Na und? Nimm dein Handy doch mit?”

“Nein, darum geht es ja nicht.”
“Sondern??”

“Wenn der Anruf kommt, dann brauche ich Ruhe.”
“Wieso? Wessen Anruf erwartest du denn??”

“Steffi wollte noch anrufen.”
“Steffi? Ist das die, die…”

“…die sich von ihrem Freund getrennt hat, ja.”
“Aha. Und wieso musst du jetzt auf ihren Anruf warten??”

“Weil ich ihr gesagt habe, dass sie mich anrufen soll.”
“Wann soll sie denn anrufen? Jetzt??”

“Nein, sie soll mich anrufen, wenn es ihr schlecht geht.”

“Aha. Und?”

“Was und?”

“Geht es ihr schlecht??”

“Woher soll ich das wissen??”

“Aber…”

“…sie hat ja noch nicht angerufen!?”
“Das heißt, du weißt also nicht, ob sie überhaupt anruft??”

“Nee, weiß ich nicht.”
“Ähm…”

“Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sie anruft.”
“Und deswegen können wir jetzt kein Eis essen gehen??”

“Doch, aber es könnte sein, dass sie anruft.”
“Aha, schön, also gehen wir jetzt doch zur Eisdiele?”

“Naja, das fände Steffi bestimmt nicht lustig…”
“WAS fände Steffi nicht lustig!?”

“Wenn es ihr schlecht geht und wir schön Eis essen dabei.”
“Das musst du ihr dann ja nicht auf die Nase binden, oder??”

“Ich kann aber nicht lügen, wenn sie fragt, was ich mache!”
“Wir werden ja wohl noch ein Eis essen gehen dürfen!?”

“Natürlich, aber dann ist sie bestimmt deprimiert.”
“Aber war es nicht so, dass SIE ihren Freund gefeuert hat??”

“Ja, richtig. Zu Recht übrigens.”
“Pff! Natürlich, was sonst…”

“Ja, das stimmt auch! Du hast ja gar keine Ahnung!”
“Bisher warst du bei allen Trennungen immer auf der Frauenseite!”

“Kein Wunder, wenn Männer auch alle so doof sind??”

“Ja klar, ALLE Männer sind Idioten!”

“Genau, und der Ex von Steffi ganz besonders!”

“Du hast dir also auch seine Version der Geschichte angehört?”

“Brauche ich nicht, Steffi hat mir alles erzählt.”
“Genau DAS meine ich, du kennst ja bloß ihre Seite!”

“Ich bin ja auch IHRE Freundin!”

“Es ist sowieso zwecklos, das mit dir zu diskutieren…”

“Oh, Entschuldigung der Herr, dass ich mich um Steffi kümmere!”
“Du sollst mit mir ein Eis essen gehen, das ist deine Aufgabe!”

“Das ist meine Aufgabe??”
“Genau, weil ich noch nicht dein Exfreund bin, deswegen!”

“Das können wir ja gerne ändern!”
“Was soll das denn jetzt heißen??”

“Wenn du unbedingt willst, darfst du auch mein Exfreund sein!”
“Hallo?? Ob ich vielleicht mit dir ein Eis essen gehen will??”

“Ja, und andere Menschen sind dir dabei völlig egal!”
“Ich will nur ein Eis essen, nicht eine Revolution starten!”

“Können wir diesen Schwachsinn jetzt bitte beenden, ja?”

“Von mir aus gerne!”

“-”

“-”

“Ich habe eine Lösung.”
“Eine Lösung wofür?”

“Für Steffis Anruf.”
“Aha, und die wäre?”

“Ich rufe sie einfach jetzt selber an.”
“Gute Idee!”

“Dann können wir anschließend Eis essen gehen.”

“Sehr gut, warum nicht gleich so??”

“Weil du ein Blödmann bist, deswegen!”

“Sehr gerne, sehr gerne…”

[Die Liebste schnappt sich unser Telefon und verschwindet im Arbeitszimmer. Obwohl ich ihren Plan durchaus logisch und verständlich finde, habe ich dabei allerdings vergessen, dass Telefonate zwischen Frauen schon normalerweise ewig dauern und im Falle von Männergeschichten als an unendlich grenzend bezeichnet werden können... Nach 1,5 Stunden geht endlich die Tür wieder auf...]

“So Schatz, wir sind fertig.”

“Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?”

“Wieso? Doch, wir sind fertig mit telefonieren?”
“Liebste, es sind fast zwei Stunden verstrichen!!”

“Jetzt übertreib mal nicht.”
“Es ist jetzt fünf Uhr und es hat sich zwischenzeitlich bewölkt!”

“Soll das heißen, du willst nicht mehr Eis essen gehen?”

“Das soll das heißen, richtig!”

“Das trifft sich gut.”

“Wie bitte??”

“Das wird Steffi sehr freuen.”
“Wieso, was hat Steffi denn damit zu tun??”

“Weil ich mich mit Steffi zum Eis essen verabredet habe!”

Kopfschüttel…

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KUSSKUSS!

29. Juli 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste ist heute Morgen schon sehr früh aus dem Haus gegangen, weil sie einen Termin in Hannover hat.
Als ich später in die Küche komme, um mir einen Kaffee zu machen, entdecke ich auf dem Tisch einen kleinen Stapel voller gelber Zettel von unserem Notizblock…

Zettel 1:

Guten Morgen mein Schatz ich hoffe dass
du gut geschlafen hast! KUSSKUSS!
Bin schon weg und sooooo müde! Wäre gern noch
mit dir liegengeblieben. Ich hasse früh aufstehen!
Wollte einen Schokoriegel essen ist aber
wohl noch zu früh, mag nicht.
Daher ist der für dich!
Lieb haben!

Zettel 2:

Habe doch den Schokoriegel gegessen.
Aber für dich ist auch noch einer
übrig! Lieb haben!

Zettel 3:

Habe auch noch den anderen
Schokoriegel gegessen. Böse?
Wir haben leider keine mehr.
Tut mir leid mein Schatz! KUSS!

Zettel 4:

PS: kannst du heute Abend Schokoriegel
mitbringen? Lieb haben! KUSSKUSSKUSS!

Kopfschüttel…

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Bloß ein Gefallen

25. Juli 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich haben am Samstagmorgen unsere Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem die Arbeit erledigt ist, setze ich mich gemütlich auf  unserer Terrasse in den Liegestuhl und lese Zeitung.
Da kommt die Liebste um die Ecke…

“Wie ich sehe, scheinst du fertig zu sein, Schatz?”
“Richtig, Süße. Ich mache jetzt Wochenende.”

“Aha. Ich wollte aber noch eben schnell in die Stadt.”
“In die Stadt??”

“Ja, ich will noch ein paar Klamotten kaufen.”
“Och nee, also da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu!”

“Du sollst ja auch gar nicht mit.”
“Ach so?”

“Ich fahre mit Simone, wir treffen uns gleich.”
“Also wenn das so ist, dann wünsche ich euch viel Spaß!”

“Danke. Soll ich dir irgendwas mitbringen?”
“Nein.”

“Nicht?”
“Nee.”

“Brauchst du nicht noch ein paar neue Socken?”
“Nein.”

“Irgendwie hatte ich das noch in Erinnerung…”
“Danke, aber ich brauche nichts.”

“Hast du denn noch genug Socken?”
“Ja.”

“Aber wieso habe ich denn dann diesen Gedanken im Kopf??”

“Tja, das, ähm… Da musst du dich irren.”

“Also ich soll dir nichts mitbringen?”
“Nein.”

“Aber Socken kann man doch nie genug haben?”
“Ich habe genug, Liebste.”

“Wie viele denn??”
“Keine Ahnung, aber auf jeden Fall genug.”

“Hm…”
“Lass mich jetzt weiter Zeitung lesen, ja? Danke.”

“Soll ich mal nachgucken gehen?”

“Was willst du denn nachgucken??”

“Ob du genug Socken hast?”
“Nein, sollst du nicht!”

“Na schön, dann eben nicht.”
“Danke.”

“Wofür bedankst du dich denn dauernd??”
“Ähm… Dafür, dass du mich nicht mehr mit den Socken nervst.”

“Ich will dir doch aber bloß einen Gefallen tun??”
“Das ist ja auch sehr lieb, aber ich brauche nichts.”

“Ich biete dir an, für dich durch die Stadt zu rennen!”
“Ähm…”

“..und du, du tust das einfach so ab!”
“Also Moment mal, ich…”

“Als wäre das selbstverständlich, dass ich für dich einkaufe!”
“Aber Liebste, du SOLLST doch gar nicht für mich einkaufen!?”

“Tue ich auch nicht! Jetzt nicht mehr!”
“Gut, dann haben wir das ja geklärt.”

“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”

“Wir haben GAR NICHTS geklärt!”
“Was ist denn noch??”

“Es geht darum, dass du mich ignorierst!”
“Ich dich?? Ich ignoriere dich doch nicht!?”

“Doch! Ich wollte dir nur ein paar Socken mitbringen!”

“Und??”

“Das mache ich nur, weil ich dir einen Gefallen tun will!”
“Ja, aber??”

“Und für dich ist das überhaupt gar nichts wert!”
“Deine Absicht schon, aber ich brauche nun mal keine Socken!?”

“Natürlich brauchst du Socken!”
“Himmelherrgott, dank bring mir eben zwei Paar Socken mit!”

“Ach! Jetzt plötzlich??”
“Ja, jetzt plötzlich.”

“Ich dachte, du brauchst gar keine??”
“Die Situation hat sich eben geändert.”

“Du willst ja jetzt nur Socken, damit ich nicht sauer bin!”

“Wenn die Socken auch diesen Zweck erfüllen, dann ist es gut.”

“Du bist sooo doof!”
“Also bringst du mir nun Socken mit oder nicht!?”

“Natürlich, du brauchst ja auch dringend welche!”
“Schön, dann wünsche ich dir viel Spaß jetzt mit Simone.”

“Moment, Moment; nun mal gaaanz langsam!”
“Was ist denn noch?”

“Ich soll dir Socken mitbringen?”
“Ja.”

“Zwei Paar, deine Üblichen von Hilfinger?”
“Das wäre nett, ja.”

“Wären vier Paar nicht besser??”
“Ähm…”

“Dann könntest du einige von deinen alten Socken entsorgen.”
“Na schön, dann eben vier Paar.”

“Mann, wenn du mich nicht hättest!”
“Ja, dann müsste ich dauernd nackt durch die Gegend rennen…”

“Ha – ha; sehr witzig. Also, ich warte.”
“Worauf wartest du denn??”

“Na, ich brauche mindestens 50 Euro von dir?!”
“50 Euro?? Für ein paar Socken??”

“Nee, für die Socken brauche ich ungefähr 20-30.”
“Und wofür den Rest??”

“Für unsere Unkosten, wir müssen bestimmt ne Pause machen.”
“Aha, und wieso muss ICH euren Kaffeeklatsch bezahlen??”

“Für wen rennen wir denn hier stundenlang durch die Stadt??”

Kopfschüttel…

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Ohne mich?

20. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

(photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend noch vor dem Fernseher.
Während die Liebste noch hellwach ist und (mir unverständlich) aufmerksam den Ausführungen eines allwöchentlichen RTL-Magazins mit eher unterdurchschnittlichem Qualitätsanspruch folgt, fallen mir schon so langsam die Augen zu…

 

“Bist du müde, Schatz?”
“Ja, Süße… Ich glaube, ich gehe jetzt mal ins Bett.”

“Jetzt??”
“Ja, jetzt. Ist ja wohl spät genug, oder?”

“Ja, aber JETZT??”
“Wieso nicht jetzt??”

“Ohne mich??”
“Ähm…”

“Das geht doch nicht mehr lange, ist gleich zu Ende!”
“Schön, dann kannst du ja gleich nachkommen.”

“Ich wollte aber mit dir zusammen ins Bett gehen!”
“Dann komm doch mit?”

“Ich finde das aber sehr interessant gerade!”
“Tatsächlich?? Ach, was wundere ich mich eigentlich noch…”

“Komm, die paar Minuten schaffst du doch noch, oder?”
“Och Liebste, ich…”

“Ich mag das, wenn wir zusammen schlafen gehen.”
“Ja…”

“Du nicht?”
“Doch, doch…”

“Siehste!”
“Ja, aber ich bin total müde, ich gehe jetzt.”

“Das heißt, du ignorierst mich einfach??”
“Pff! Ich könnte auch sagen, dass DU mich ignorierst!”

“Ich?? Wenn ich nichts gesagt hätte, wärst du schon weg!”
“Möglich…”

“Und das OHNE MICH!”
“Liebste, wir kennen uns jetzt seit zirka 100 Jahren und…”

“Ach so! Und das ist dein Argument jetzt??”
“Naja, ich meine ja nur, dass…”

“Was wäre denn, wenn du eine neue Schnecke hättest??”
“Wie bitte??”

“Würdest du dann auch einfach eher ins Bett gehen??”
“Wahrscheinlich würden wir BEIDE deutlich eher ins Bett gehen…”

“Wie meinst du denn das jetzt??”
“Naja, mit einer neuen Schnecke würde ich eher, also, ich meine…”

“Du bist so doof!”
“Wieso ich denn??”

“Ich bringe ein plausibles Argument und du nur Schweinereien!”
“Also Moment mal, du hast doch mit den Schnecken angefangen!?”

“Da verstehst du aber was ganz falsch!”
“Aha, und was verstehe ich daran nicht??”

“Weil ICH deine einzige und alleinige Schnecke bin!”
“Ach so…”

“Blödmann, blöder!”
“Ähm, demnach sollte ich jetzt also wohl besser nicht ins Bett gehen?”

“Das siehst du ausnahmsweise einmal richtig!”
“…weil ich stattdessen hier mit dir lieber rumstreiten sollte?”

“Ganz genau.”
“Aha… Liebe kann so schön sein…”

“Schön, dass du es jetzt auch verstanden hast.”
“Na gut, bleibe also hier noch 10 Minuten sitzen…”

[10 Minuten später...]

“So, siehst du Schatz, ist schon vorbei.”
“Gott sei Dank, dann kann ich, ähm, wir ja jetzt ins…”

“Ich schon, du kannst ruhig noch sitzen bleiben.”
“Wie bitte?? Ich dachte, wir gehen jetzt zusammen ins Bett?”

“Gleich.”
“Gleich?? Wieso gleich??”

“Ich will erst noch duschen.”
“Was??”

“Und ich muss unbedingt meine Haare für morgen waschen.”
“Liebste, auf KEINEN FALL bleibe ich SOLANGE hier noch sitzen!”

“Wieso nicht, das geht doch ganz schnell??”
“Schnell?? Deine Vorstellung von SCHNELL möchte ich mal haben!”

“Na gut, also schön; dann geh halt ins Bett.”
“Gott sei Dank, es geschehen noch Zeichen und Wunder…”

“Moment mal, das ist keine Aufforderung, schlafen zu gehen!”
“Was?? Nicht??”

“Du darfst ins Bett gehen, ja.”
“Aber??”

“Aber du darfst nicht einschlafen, bis ich auch da bin!”

Kopfschüttel…

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