KUSSKUSS!

29. Juli 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste ist heute Morgen schon sehr früh aus dem Haus gegangen, weil sie einen Termin in Hannover hat.
Als ich später in die Küche komme, um mir einen Kaffee zu machen, entdecke ich auf dem Tisch einen kleinen Stapel voller gelber Zettel von unserem Notizblock…

Zettel 1:

Guten Morgen mein Schatz ich hoffe dass
du gut geschlafen hast! KUSSKUSS!
Bin schon weg und sooooo müde! Wäre gern noch
mit dir liegengeblieben. Ich hasse früh aufstehen!
Wollte einen Schokoriegel essen ist aber
wohl noch zu früh, mag nicht.
Daher ist der für dich!
Lieb haben!

Zettel 2:

Habe doch den Schokoriegel gegessen.
Aber für dich ist auch noch einer
übrig! Lieb haben!

Zettel 3:

Habe auch noch den anderen
Schokoriegel gegessen. Böse?
Wir haben leider keine mehr.
Tut mir leid mein Schatz! KUSS!

Zettel 4:

PS: kannst du heute Abend Schokoriegel
mitbringen? Lieb haben! KUSSKUSSKUSS!

Kopfschüttel…

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Bloß ein Gefallen

25. Juli 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich haben am Samstagmorgen unsere Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem die Arbeit erledigt ist, setze ich mich gemütlich auf  unserer Terrasse in den Liegestuhl und lese Zeitung.
Da kommt die Liebste um die Ecke…

“Wie ich sehe, scheinst du fertig zu sein, Schatz?”
“Richtig, Süße. Ich mache jetzt Wochenende.”

“Aha. Ich wollte aber noch eben schnell in die Stadt.”
“In die Stadt??”

“Ja, ich will noch ein paar Klamotten kaufen.”
“Och nee, also da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu!”

“Du sollst ja auch gar nicht mit.”
“Ach so?”

“Ich fahre mit Simone, wir treffen uns gleich.”
“Also wenn das so ist, dann wünsche ich euch viel Spaß!”

“Danke. Soll ich dir irgendwas mitbringen?”
“Nein.”

“Nicht?”
“Nee.”

“Brauchst du nicht noch ein paar neue Socken?”
“Nein.”

“Irgendwie hatte ich das noch in Erinnerung…”
“Danke, aber ich brauche nichts.”

“Hast du denn noch genug Socken?”
“Ja.”

“Aber wieso habe ich denn dann diesen Gedanken im Kopf??”

“Tja, das, ähm… Da musst du dich irren.”

“Also ich soll dir nichts mitbringen?”
“Nein.”

“Aber Socken kann man doch nie genug haben?”
“Ich habe genug, Liebste.”

“Wie viele denn??”
“Keine Ahnung, aber auf jeden Fall genug.”

“Hm…”
“Lass mich jetzt weiter Zeitung lesen, ja? Danke.”

“Soll ich mal nachgucken gehen?”

“Was willst du denn nachgucken??”

“Ob du genug Socken hast?”
“Nein, sollst du nicht!”

“Na schön, dann eben nicht.”
“Danke.”

“Wofür bedankst du dich denn dauernd??”
“Ähm… Dafür, dass du mich nicht mehr mit den Socken nervst.”

“Ich will dir doch aber bloß einen Gefallen tun??”
“Das ist ja auch sehr lieb, aber ich brauche nichts.”

“Ich biete dir an, für dich durch die Stadt zu rennen!”
“Ähm…”

“..und du, du tust das einfach so ab!”
“Also Moment mal, ich…”

“Als wäre das selbstverständlich, dass ich für dich einkaufe!”
“Aber Liebste, du SOLLST doch gar nicht für mich einkaufen!?”

“Tue ich auch nicht! Jetzt nicht mehr!”
“Gut, dann haben wir das ja geklärt.”

“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”

“Wir haben GAR NICHTS geklärt!”
“Was ist denn noch??”

“Es geht darum, dass du mich ignorierst!”
“Ich dich?? Ich ignoriere dich doch nicht!?”

“Doch! Ich wollte dir nur ein paar Socken mitbringen!”

“Und??”

“Das mache ich nur, weil ich dir einen Gefallen tun will!”
“Ja, aber??”

“Und für dich ist das überhaupt gar nichts wert!”
“Deine Absicht schon, aber ich brauche nun mal keine Socken!?”

“Natürlich brauchst du Socken!”
“Himmelherrgott, dank bring mir eben zwei Paar Socken mit!”

“Ach! Jetzt plötzlich??”
“Ja, jetzt plötzlich.”

“Ich dachte, du brauchst gar keine??”
“Die Situation hat sich eben geändert.”

“Du willst ja jetzt nur Socken, damit ich nicht sauer bin!”

“Wenn die Socken auch diesen Zweck erfüllen, dann ist es gut.”

“Du bist sooo doof!”
“Also bringst du mir nun Socken mit oder nicht!?”

“Natürlich, du brauchst ja auch dringend welche!”
“Schön, dann wünsche ich dir viel Spaß jetzt mit Simone.”

“Moment, Moment; nun mal gaaanz langsam!”
“Was ist denn noch?”

“Ich soll dir Socken mitbringen?”
“Ja.”

“Zwei Paar, deine Üblichen von Hilfinger?”
“Das wäre nett, ja.”

“Wären vier Paar nicht besser??”
“Ähm…”

“Dann könntest du einige von deinen alten Socken entsorgen.”
“Na schön, dann eben vier Paar.”

“Mann, wenn du mich nicht hättest!”
“Ja, dann müsste ich dauernd nackt durch die Gegend rennen…”

“Ha – ha; sehr witzig. Also, ich warte.”
“Worauf wartest du denn??”

“Na, ich brauche mindestens 50 Euro von dir?!”
“50 Euro?? Für ein paar Socken??”

“Nee, für die Socken brauche ich ungefähr 20-30.”
“Und wofür den Rest??”

“Für unsere Unkosten, wir müssen bestimmt ne Pause machen.”
“Aha, und wieso muss ICH euren Kaffeeklatsch bezahlen??”

“Für wen rennen wir denn hier stundenlang durch die Stadt??”

Kopfschüttel…

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Ohne mich?

20. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

(photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend noch vor dem Fernseher.
Während die Liebste noch hellwach ist und (mir unverständlich) aufmerksam den Ausführungen eines allwöchentlichen RTL-Magazins mit eher unterdurchschnittlichem Qualitätsanspruch folgt, fallen mir schon so langsam die Augen zu…

 

“Bist du müde, Schatz?”
“Ja, Süße… Ich glaube, ich gehe jetzt mal ins Bett.”

“Jetzt??”
“Ja, jetzt. Ist ja wohl spät genug, oder?”

“Ja, aber JETZT??”
“Wieso nicht jetzt??”

“Ohne mich??”
“Ähm…”

“Das geht doch nicht mehr lange, ist gleich zu Ende!”
“Schön, dann kannst du ja gleich nachkommen.”

“Ich wollte aber mit dir zusammen ins Bett gehen!”
“Dann komm doch mit?”

“Ich finde das aber sehr interessant gerade!”
“Tatsächlich?? Ach, was wundere ich mich eigentlich noch…”

“Komm, die paar Minuten schaffst du doch noch, oder?”
“Och Liebste, ich…”

“Ich mag das, wenn wir zusammen schlafen gehen.”
“Ja…”

“Du nicht?”
“Doch, doch…”

“Siehste!”
“Ja, aber ich bin total müde, ich gehe jetzt.”

“Das heißt, du ignorierst mich einfach??”
“Pff! Ich könnte auch sagen, dass DU mich ignorierst!”

“Ich?? Wenn ich nichts gesagt hätte, wärst du schon weg!”
“Möglich…”

“Und das OHNE MICH!”
“Liebste, wir kennen uns jetzt seit zirka 100 Jahren und…”

“Ach so! Und das ist dein Argument jetzt??”
“Naja, ich meine ja nur, dass…”

“Was wäre denn, wenn du eine neue Schnecke hättest??”
“Wie bitte??”

“Würdest du dann auch einfach eher ins Bett gehen??”
“Wahrscheinlich würden wir BEIDE deutlich eher ins Bett gehen…”

“Wie meinst du denn das jetzt??”
“Naja, mit einer neuen Schnecke würde ich eher, also, ich meine…”

“Du bist so doof!”
“Wieso ich denn??”

“Ich bringe ein plausibles Argument und du nur Schweinereien!”
“Also Moment mal, du hast doch mit den Schnecken angefangen!?”

“Da verstehst du aber was ganz falsch!”
“Aha, und was verstehe ich daran nicht??”

“Weil ICH deine einzige und alleinige Schnecke bin!”
“Ach so…”

“Blödmann, blöder!”
“Ähm, demnach sollte ich jetzt also wohl besser nicht ins Bett gehen?”

“Das siehst du ausnahmsweise einmal richtig!”
“…weil ich stattdessen hier mit dir lieber rumstreiten sollte?”

“Ganz genau.”
“Aha… Liebe kann so schön sein…”

“Schön, dass du es jetzt auch verstanden hast.”
“Na gut, bleibe also hier noch 10 Minuten sitzen…”

[10 Minuten später...]

“So, siehst du Schatz, ist schon vorbei.”
“Gott sei Dank, dann kann ich, ähm, wir ja jetzt ins…”

“Ich schon, du kannst ruhig noch sitzen bleiben.”
“Wie bitte?? Ich dachte, wir gehen jetzt zusammen ins Bett?”

“Gleich.”
“Gleich?? Wieso gleich??”

“Ich will erst noch duschen.”
“Was??”

“Und ich muss unbedingt meine Haare für morgen waschen.”
“Liebste, auf KEINEN FALL bleibe ich SOLANGE hier noch sitzen!”

“Wieso nicht, das geht doch ganz schnell??”
“Schnell?? Deine Vorstellung von SCHNELL möchte ich mal haben!”

“Na gut, also schön; dann geh halt ins Bett.”
“Gott sei Dank, es geschehen noch Zeichen und Wunder…”

“Moment mal, das ist keine Aufforderung, schlafen zu gehen!”
“Was?? Nicht??”

“Du darfst ins Bett gehen, ja.”
“Aber??”

“Aber du darfst nicht einschlafen, bis ich auch da bin!”

Kopfschüttel…

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Die kleine Blume links

16. Juli 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

37 Grad, brütende Hitze: obwohl meine Liebste und ich den Sommer lieben, ist das vielleicht doch etwas zu viel des Guten.
Nicht nur wir müssen aufpassen, dass wir nicht vertrocknen wie eine Dörrpflaume, sondern auch für unsere gefühlten 1.254 Blumen muss gesorgt werden.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Hast du die Blumen auf der Terrasse gegossen?”
“Natürlich.”

“Weil, ich habe gar nicht gesehen, dass du sie gegossen hast.”
“Ich habe sie aber gegossen.”

“Die müssen jetzt nämlich jeden Tag gegossen werden?”
“Sie werden ja auch jeden Tag gegossen.”

“Und du hast sie wirklich nicht vergessen?”
“Nein.”

“Und warum habe ich dich dann nicht gesehen?”
“Was weiß ich, wo du mit deinen Gedanken wieder warst!”

“Also du hast sie gegossen?”
“JA! Ich HABE sie gegossen!”

“Dann ist ja gut.”
“Bist du jetzt zufrieden, ja?? Darf ich jetzt weiterleben??”

“Ja.”
“Schön.”

“-”
“-”

“Auch die kleine links?”
“Was? Wen?”

“Ob du auch die kleine Blume links gegossen hast?”
“Sag mal, was soll denn das??”

“Was denn??”
“Glaubst du, dass ich nicht mal Blumen gießen kann, oder was??”

“Ich frage doch nur?!”
“NATÜRLICH habe ich die KLEINE BLUME LINKS gegossen!”

“Oh, das ist ja jetzt doof…”
“Was?? Wieso??”

“Weil die eigentlich nicht so viel Wasser haben darf…”
“Wie bitte?? Keine Sorge, ich habe sie gegossen, wie immer.”

“Nein, nein, darum geht es nicht.”
“Sondern??”

“Weil ich die vorhin auch schon gegossen habe.”
“Was! Die kleine Blume links??”

“Ja.”
“Die hast – DU – gegossen?? Vorhin??”

“Ja.”
“Und warum hast du dann nicht gleich ALLE Blumen gegossen??”

“Weil du ja heute dran bist, wir wechseln uns doch ab, oder??”
“Ich HABE ja auch die Blumen gegossen!”

“Aber die kleine Blume links hättest du nicht gießen dürfen.”
“Toll! Und wieso gießt du ausgerechnet diese einzelne Blume vorher??”

“Weil ich mir sicher war, dass du die wieder vergisst!”

Kopfschüttel…

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Können die etwa fliegen?

13. Juli 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich machen am Abend, nachdem es sich draußen etwas abgekühlt hat, eine kleine Radtour durch unser Umland.
Ich finde, es gibt nichts Entspannenderes nach einem stressigen Arbeitstag, als bei einem lauen Lüftchen gemächlich durch Land und Wiesen zu gleiten…

“Schatz, halt doch mal eben, halt doch mal an!”
“Was ist denn, Süße?”

“Mich hat was gestochen am Bein!”
“Was war es denn? Ein Elefant?”

“Nein, kein Elefant, du Blödmann!”
“Ich wollte nur höflich mal nachfragen.”

“Ein Elefant, pff! Du bist so doof!”
“Ja, ich hätte sicher bemerkt, wenn es ein Elefant gewesen wäre.”

“Sich über andere lustig machen ist NICHT lustig!”
“Man wird ja wohl mal ganz höflich fragen dürfen, oder??”

“Das war ja wohl eine total blöde Frage!”
“Tut mir sehr leid, Liebste.”
[Mit gekreuzten Fingern...]

“Wie soll das denn bitte ein Elefant gewesen sein??”
“OK, es war keiner.”

“Als wenn es hier Elefanten gäbe, pff!”
“Ist ja gut, können wir jetzt weiterfahren?”

“Und selbst wenn, können die etwa fliegen??”
“Ähm, nein, ich glaube nicht…”

“Eben! Deswegen kann das kein Elefant gewesen sein!”
“Liebste, ich wollte dich nur ärgern, ich weiß doch, dass…”

“…und Elefanten fressen Gras und Blätter, und nicht mein Blut!”
“Jaaaa doch…”

“Ja nee, das musst du dir jetzt schon mal anhören!”
“OK, ich habe es verstanden, danke.”

“Außerdem gibt´s Elefanten nur in Afrika und Asien.”
“Ich weiß.”

“Weißt du nicht, sonst hättest du ja nicht gefragt!”
“Es war doch nur ein Witz, sonst nichts!?”

“Nichts von Elefanten verstehen, aber hier doof rumquatschen.”
“Also was kann ich tun, damit du mit dem Elefantenkram aufhörst?”

“Du hast damit angefangen.”
“Ja, aber jetzt würde ich das gerne wieder beenden.”

“Pff.”
“Können wir dann jetzt weiterfahren, ja?”

“Nee.”
“Und warum nicht?”

“Vielleicht fliegen hier ja noch mehr Elefanten rum?”
“Och Süße, jetzt hör doch mal mit den blöden Elefanten auf!”

“Du hast angefangen, du, du, du und du!”
“Na schön, also es tut mir SEHR LEID!”

“Hm.”
“Können wir vielleicht noch einmal von vorne anfangen?”

“Na schön, ausnahmeweise.”
“Gut, also: was ist denn los, warum halten wir an?”

“Mich hat irgendwas gestochen, hier am Bein.”
“War es vielleicht eine – MÜCKE??”

“Kann gut sein, scheiß Mücken!”
“Dass du aber auch immer so ein Pech hast, du Arme…”

“Du bist so doof!”
“Ähm, habe ich schon wieder was Falsches gesagt??”

“Ist doch nur ein Mückenstich, kein Grund, so rumzuschleimen!”
“Aber ich wollte doch nur…”

“Dass du aber auch immer aus einer Mücke einen Elefanten machen musst!”

Kopfschüttel…

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Nüsse

9. Juli 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Während ich im Wohnzimmer auf dem Sofa sitze und mich angesichts der Hitze möglichst wenig bewege, kommt plötzlich die Liebste hereingerannt und verbreitet – ohne etwas zu sagen – sofort irgendwie Hektik.
Ihr fragender Blick lässt mich ahnen: jetzt kommt wieder was auf mich zu…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich wollte was knabbern.”
“OK, dann lass uns ins Schlafzimmer rüber gehen.”

“Nein, ich wollte Nüsse!”
“Sage ich ja.”

“NEIN, ich wollte ERDNÜSSE essen!”
“Im Bett??”

“Quatsch! Ich will jetzt nicht ins Bett, ich wollte…”
“Schon gut, schon gut, ich habe es ja verstanden.”

“Wie kannst du bei dieser Hitze bloß ans Bett denken!?”
“Ich habe weniger an das Bett gedacht, sondern eher…”

“Danke, ich wollte das nicht vertiefen, du Lüstling!”
“Gut, bleibe ich eben hier sitzen, kein Problem.”

“Ich will doch aber was knabbern!?”
“Dann knabber doch was.”

“Wir haben ja nichts!”
“Wonach hast du eben noch gefragt?”

“Nach Erdnüssen! Hast du das schon wieder vergessen??”

“Ich war mit meinen Gedanken irgendwie woanders, tut mir leid…”

“Ich will Erdnüsse!”
“Tja, wir haben aber wohl keine.”

“Dabei ist doch nur alle 4 Jahre Fußball-Weltmeisterschaft.”
“Hä? Na und?? Was hat das denn damit zu tun??”

“Naja, da hat man doch wohl was zu knabbern im Haus, oder??”
“Ähm, schon, aber…”

“Bestimmt haben alle Leute Erdnüsse zuhause, nur wir nicht!”
“Und, ähm… Das liegt jetzt an der WM, oder was??”

“Natürlich!”
“Aha…”

“Zu irgendwas muss Fußball doch gut sein!”

Kopfschüttel…

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Beweise es

5. Juli 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich liegen am späten Abend endlich im Bett und lassen den Tag ausklingen.
Während ich noch eben schnell meinen Wecker auf die richtige Uhrzeit einstelle, beobachtet mich die Liebste und scheint auf irgendetwas zu warten.
Wenn das mal nicht wieder Komplikationen gibt…

“Bist du fertig, Schatz?”
“Ja, Süße. Alles klar, Wecker gestellt.”

“Liebst du mich noch?”
“Wie bitte??”

“Hast du die Frage nicht verstanden, oder was??”
“Akustisch schon, inhaltlich irgendwie nicht??”

“Pff! Als wenn das sooo eine komplizierte Frage wäre!”
“Natürlich liebe ich dich noch!”

“Hm.”
“Hm??”

“Beweise es.”
“Beweisen?? Wie soll ich das denn beweisen??”

“Du könntest mir zum Beispiel mal wieder Blumen mitbringen.”
“Liebste, ich HABE dir letzte Woche Blumen mitgebracht!?”

“Echt?? Wann!”
“Letzten Mittwoch??”

“Ach ja…”
“Ach ja, ach ja! Na super…”

“Stimmt, habe ich irgendwie vergessen.”
“Schön, kann ja mal passieren, und? Was sagt man da?”

“Wer! Ich jetzt??”
“Ja, du! Was müsstest du jetzt eigentlich sagen?”

“Was soll ich denn sagen??”
“Das Wort fängt mit E an, kleiner Tipp.”

“Mit E??”
“Ja, E wie Ent… Ent… ung…”

“Entscheidung??”
“Nein, nicht Entscheidung!”

“Bezieht sich das Wort auf die Blumen?”
“In gewisser Weise schon, aber insbesondere auf mich!”

“Ach so, ja dann ist mir klar, was du hören willst.”
“Schön, und??”

“Das war eine schöne Entschädigung, danke Schatz!”

Kopfschüttel…

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Ich bin erstaunt!

1. Juli 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa und liest eine dieser Zeitschriften, die Männer niemals kaufen (und verstehen) würden.
Allerdings hat sich die Liebste in Schale geworfen; ich erinnere mich dunkel daran, dass sie heute noch irgendetwas vor hat…

“Warum guckst du mich so fragend an, Schatz?”
“Süße, ich überlege gerade, ob du heute noch weg wolltest…”

“Oh, ich bin erstaunt, dass du das noch weißt??”
“Erstaunt? Worüber jetzt?”

“Dass du mir anscheinend doch mal zugehört hast!”
“Naja, kommt schon mal vor, muss mich wohl vertan haben…”

“Ich bin heute noch mit Sylvia verabredet.”

“Ach ja, genau! Hast du mir ja erzählt.”

“Wir treffen uns bei ihr und dann mal sehen.”
“Aha…”

“Könnte später werden.”
“Gut, aber sag mal, wann wolltest du nochmal bei Sylvia sein?”

“Um 19.00 Uhr, wieso?”
“Ähm… Liebste, es IST jetzt bereits 19.00 Uhr!?”

“Ja, und?”
“Ähm…”

“So in 10 Minuten muss ich los.”

Kopfschüttel…

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Guck mal!

27. Juni 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen zuhause auf unserem Sofa.
Während ich mir im Fernsehen die sensationellen Bilder vom Sieg gegen England im Achtelfinale anschaue und das anschließende Interview mit Thomas Müller verfolge, feilt die Liebste – leicht ignorant – an ihren Fingernägeln herum.

“Ist das Spiel jetzt endlich vorbei?”
“Süße, das sieht man wohl doch! Natürlich ist es vorbei.”

“Schön, dass wir gewonnen haben. Ole. Ole. Ole.”
“Deine Begeisterung ist wirklich überwältigend…”

“Oh, da ist Poldi, guck mal!”
“Ich sehe ihn auch, Liebste.”

“Der hätte sich ja mal rasieren können, finde ich…”
“Der soll Fußball spielen, wen interessieren da ein paar Stoppeln…”

“Und Schweini! Guck, der Schweini ist da!”
“Liebste, ich sehe ihn auch, danke.”

“Oh, der hat sich ja richtig schick gemacht, guck mal!”

“Sei still, sonst kann ja keiner hören, was er sagt!”

“Interessiert dich das denn??”
“Natürlich interessiert mich das!”

“Echt?”
“Dich denn nicht??”

“Nö.”
“Und warum schreist du dann Poldi, Schweini, Poldi, Schweini??”

“Weil ich froh bin, dass die da mitspielen.”

“Da bist – DU – froh drüber??”

“Natürlich, du nicht?”

“Ähm, doch; ich freue mich darüber auch, aber warum denn du??”

“Weil die den Fußball auch für Frauen interessant machen.”
“Poldi und Schweini??”

“Natürlich!”
“Diesen Zusammenhang erklärst du mir aber jetzt bitte mal, ja??”

“Liegt das nicht auf der Hand??”
“Also Poldi und Schweini sind interessant für Frauen??”

“Ja, weil das so süße Namen sind, die kann ich mir merken!”

Kopfschüttel…

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Überwiegend…

24. Juni 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich sitze beleidigt auf unserem Sofa, als die Liebste wieder ins Wohnzimmer kommt.
Diese Frau macht mich noch wahnsinnig!
Ich meine, ich weiß ja, dass ich trotz aller charmanten und verrückten Gemeinsamkeiten der Frauen ein ganz besonderes Exemplar erwischt habe; aber manchmal, da könnte ich…

“Du Schatz, bist du immer noch beleidigt?”
“Ja, absolut. Das bin ich, LIEBSTE!”

“Immer noch wegen dem Leberwurstbrot?”
“Ja, richtig. Wegen dem NICHT-Leberwurstbrot, um genau zu sein.”

“Du wolltest ein Leberwurstbrot und ich habe dir eins gemacht!?”

“JA! Aber OHNE Leberwurst, nur mit Butter drauf!”

“Wir hatten eben keine mehr, kann ich doch nicht ändern!?”

“Aber wieso sagst du dann, du machst mir eins??”

“Aber es ist doch überwiegend ein Leberwurstbrot gewesen!?”
“Ja, aber ohne Leberwurst!”

“Aber mit Brot und Butter, das sind zwei Drittel, immerhin…”
“Gott, ich gebs auf… Lass mich einfach sterben, ja?”

“Aber ich…”
“Manchmal fühle ich mich, als wäre ich schon 80 Jahre alt…”

“Tatsächlich? Und sag mal, bist du auch deprimiert?”
“Ja. Absolut.”

“Und hast du auch Schweißausbrüche?”
“Ja.”

“Und kannst du schlecht schlafen?”
“Ja.”

“Und ist dir oft schwindelig?”

“Das kann man wohl sagen…”

“Kannst du dich schlecht konzentrieren?”
“Ja.”

“Und hast du auch Haarausfall?”
“Sag mal, was soll denn die ganze Fragerei?!”

“Jetzt sag doch mal, hast du auch Haarausfall?”
“Zumindest werden sie grau, das weißt DU ja wohl am besten!!”

“Aha, alles klar. Dann weiß ich jetzt Bescheid.”
“Oh, das ist schön, dass du das endlich mal einsiehst!”

“Einsehen?? Was soll ich denn einsehen?”
“Ich dachte, du wüsstest jetzt Bescheid und hättest es kapiert??”

“Weiß ich ja auch.”
“Aha, und würdest du es für mich bitte einmal laut aussprechen??”

“Gerne! Wenn du unbedingt möchtest?”
“Ich möchte! So, ich höre? Aber GANZ LANGSAM BITTE!”

“Du kommst in die Wechseljahre, was sonst??”

Kopfschüttel…

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